Weekender

15. – 18.10.2026

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NIHRFF 2025

Filme nach Sektionen

Rahmenprogramm

Festivallounge

Radio Z Talks, Konzerte, DJing

Eröffnung

15.10., 19:15 Uhr,

Tafelhalle

Preisverleihung

21.10., 19:30 Uhr,

Festsaal

Festivalparty Queer Karaoke

18.10.,ab 22:00 Uhr,

Soft Spot

ABGESAGT

Preisträger*innen

Der Internationaler Nürnberger Filmpreis der Menschenrechte geht an THE SILENCE OF REASON von Kumjana Novakova.

Jurybegründung

Wir sind zutiefst geehrt und dankbar, als internationale Jury des Internationalen Menschenrechtsfilmfestivals Nürnberg zu fungieren, und wir möchten uns für die Einladung und das gesamte, sehr starke Wettbewerbsprogramm bedanken, das wir als bereichernd und inspirierend empfunden haben.

Wir haben uns einstimmig dafür entschieden, den Preis an den Film zu vergeben, der sowohl für einen filmischen als auch für einen historischen Akt der Gerechtigkeit steht. Er verwandelt die Leinwand in ein Mahnmal, in dem das Unsichtbare wieder sichtbar wird, und in dem jedes Fragment eines Zeugnisses zu einem Akt des Widerstands wird.

In präziser, akkurater und poetischer Form rekonstruiert er die Zeugnisse bosnischer Frauen, die während der Jugoslawienkriege Opfer von systematischer Vergewaltigung und sexueller Sklaverei wurden – Frauen, deren Namen ausgelöscht wurden, deren Stimmen aber immer noch nachhallen.

Er erinnert uns daran, dass die Anerkennung von Vergewaltigung als Kriegswaffe und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit dem Mut dieser Frauen und der unermüdlichen Arbeit derjenigen zu verdanken ist, die die Beweise dokumentiert haben.

Und heute setzt dieser Film diesen Kampf fort.

Wir möchten auch die künstlerische Exzellenz des Films würdigen, die Präzision der Recherche, die Klarheit des Schnitts, das Sounddesign, das sowohl Schrecken als auch Würde vermittelt, und die originelle Bildsprache, die einen angemessenen Weg findet, die schreckliche Gewalt darzustellen und uns mit der Wahrheit zu konfrontieren.

In diesem Film geht es nicht nur um die Vergangenheit.

Es geht um unsere kollektive Verantwortung heute, uns zu erinnern, Zeugnis abzulegen und niemals zu schweigen.

Denn wir können nicht akzeptieren, dass in Kriegen auf der ganzen Welt die Körper von Frauen weiterhin als Schlachtfelder benutzt werden.

Der Preis geht an SILENCE OF REASON. Herzlichen Glückwunsch an Kumjana Novakova und an alle, die zu diesem notwendigen und mutigen Werk beigetragen haben.

Die Internationale Jury: Borjana Gaković, Damien Ounouri, Farahnaz Sharifi

Der mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis des Festivals geht an den Dokumentarfilm MY DEAR THÉO von Alisa Kovalenko.

Der ebenfalls mit 1.000 Euro dotierte Preis der Open Eyes-Jugendjury geht an den französischen Spielfilm SOULEYMANES GESCHICHTE von Boris Lojkine

Jurybegründung

Wir haben in den letzten Wochen alle Filme der Kategorie Open Eyes gesichtet, in welchen es unteranderem um Familie, Identität, Rassismus, Migration und Gewalt ging. Wir haben viel und lange diskutiert, gegrübelt, überdacht und analysiert. Das konnten wir aber nur, weil jeder Film besonders war, einen Eindruck hinterlassen hat, oft auch Gefühle hervorgerufen hat. Wir danken allen Filmschaffenden dafür. Ein Film ist uns aber dennoch am meisten im Gedächtnis geblieben.

„Der Film lässt uns auf außergewöhnliche Weise in eine Realität eintauchen, für die sich das Kino kaum interessiert. Er verleiht seinen Figuren die Würde und Menschlichkeit, die ihnen der tägliche Medienfluss und die Politik absprechen.“

– ein Zitat von Trigon Film

In diesen Worten steckt die ganze Kraft von Souleymanes Geschichte.

Souleymanes Geschichte führt uns mitten in das Leben eines jungen Mannes, der aus Guinea nach Frankreich flieht, um sich dort einen Platz im Leben zu erkämpfen – nicht als Opfer, sondern als Mensch, der handelt, fühlt, zweifelt und hofft. Dieser Film erzählt von der Unsichtbarkeit jener Menschen, deren Existenz auf Duldung, Papieren und auf Entscheidungen anderer basiert.

Gerade heute, in einer Zeit, in der Migrationspolitik oft lauter ist als Menschlichkeit, erinnert uns dieser Film daran, was die Existenz eines Jeden wirklich ausmacht: das Recht, gesehen zu werden, gehört zu werden und leben zu dürfen – mit Würde.

Boris Lojkine schafft es, diese Realität nicht zu erklären, sondern spürbar zu machen. Und genau das macht Souleymanes Geschichte so wichtig und so tief menschlich. Er erinnert uns daran, dass Menschlichkeit kein Privileg ist, sondern ein Recht.

Etwas das den Film besonders herausstechen ließ war die Vielfalt an Menschenrechten, die veranschaulicht bzw.  verletzt wurden. Souleymanes Geschichte gibt uns einen Einblick wie es ist obdachlos zu sein, wie es sich wohl anfühlen mag diskriminiert zu werden. Der Film zeigt uns, dass Rassismus und Ausbeutung für viele Menschen alltäglich sind. Auch Souleymanes Asylverfahren macht darauf aufmerksam, dass es kein einfacher und angenehmer Vorgang ist, man nicht auf einem anderen Fleck der Erde leben kann, ohne zu vermissen was einem wichtig ist und dennoch die Angst davor wieder dorthin zurückzukehren, wo man sich vor dem Tod fürchten muss, immer präsent ist. Diese erschreckenden Tatsachen wurden uns immer wieder eindrücklich vor Augen geführt. Zum Beispiel (in den Szenen), wenn Souleymann direkt nach dem Aufwachen telefonieren muss, um ein Bett für die Nacht zu bekommen, wenn deutlich wird, dass illegales arbeiten die einzige Möglichkeit für ihn ist, um sich über Wasser halten zu können, weil er keine Aufenthaltserlaubnis hat, wenn er sich von seiner Familie und seiner Partnerin trennen muss, weil er nicht mehr an ihrem Leben teilhaben kann.

 Wenn wir an den Film denken, denken wir nicht einfach an einen Film, der auf wichtige Themen aufmerksam macht, sondern einen der uns mitnimmt – mitten hinein ins Geschehen. Schon die Musik war ein Erlebnis für sich: authentisch, realitätsnah und mit einer packenden Dynamik, die jede Szene getragen hat. Man spürte, dass sie nicht bloß Hintergrund war, sondern ein Motor/ eine treibende Kraft der /die das Geschehen noch greifbarer gemacht hat.

Die Kameraführung hat genau das unterstrichen. Sie hat uns als Zuschauer nicht außen vorgelassen, sondern in jeder einzelnen Szene mit einbezogen, so, dass man das Gefühl hatte, immer einen exklusiven Blick auf die Mimik und Gestik des Hauptdarstellers zu haben. Man war nicht nur Beobachter, irgendwie war man Teil der Geschichte. Und das, fanden wir, ist eine große Kunst.

Der Spannungsbogen blieb über den gesamten Film hinweg präsent. Es gab kaum einen Moment, in dem die Intensität wirklich nachließ. Und wenn sie es tat – etwa in den Szenen in der Obdachlosenunterkunft – dann waren es genau diese kleinen Verschnaufpausen, die verhindert haben, dass der Film stressig und atemlos wirkt. Eine Geschichte, die berührt, weil sie so echt ist. Und keinen Einzelfall darstellt.

Über den Hauptdarsteller selbst kann ich nur sagen: Er hat diese Rolle – diesen unglaublich starken und zugleich verletzlichen Protagonisten – mit einer Tiefe gespielt, die einen wirklich bewegt. Man konnte seine Stärke fühlen, aber auch seine Angst, seine Zerbrechlichkeit, Die er mit einer neutralen Mimik versuchte zu übertünchen. Allgemein gesagt ist es ein sehr interessanter und mitreißender Film, der durch die Geschichte von Souleyman einen von vielen Fällen zeigt und dem Thema Menschenrechte im Bereich Migration Aufmerksamkeit schenkt. Er ist außerdem durch die dauerhafte Spannung und realitätsnahe Filmsprache perfekt zur Menschenrechtsbildung an Schulen geeignet.

Dieser Film is für uns preiswürdig.

Wir verleihen den Open Eyes Jugendjury Preis 2025 für die Menschenrechtsbildung an Schulen an den Film Souleymanes Geschichte in der Regie von Boris Lojkine – Herzlichen Glückwunsch!

Internationale Jury

Borjana Gaković

Borjana Gaković ist Film- und Medienwissenschaftlerin aus Berlin. Sie ist als Kuratorin, Moderatorin, Redakteurin, Dozentin und Autorin im Bereich der Film- und Kinokultur tätig.

Damien Ounouri

Damien Ounouri ist Regisseur und Produzent aus Algier. Sein vielfach ausgezeichneter dokumentarischer Langfilm FIDAÏ lief ebenso in Nürnberg wie sein mittellanger Spielfilm KINDIL EL BAHR. Mit THE LAST QUEEN legte er 2022 seinen ersten abendfüllenden Spielfilm vor.

Farahnaz Sharifi

Farahnaz Sharifi ist Regisseurin, Schnittmeisterin und Autorin aus Teheran. Viele ihre international ausgezeichneten Arbeiten waren bereits in Nürnberg zu sehen, darunter ihr Langfilm-Regiedebüt MY STOLEN PLANET, das seine Premiere 2024 auf der Berlinale feierte.

Open Eyes Jugendjury

Ela Firat, Luisa Wehr, Matilda Previderio, Alina Friedrich

aus dem Labenwolf Gymnasium Nürnberg

Gäste 2025

vor Ort

Daniel Abma
Regie
IM PRINZIP FAMILIE
Dr. Oluwatoyin Adejonwo Podium Klimakrise & Kolonialismus
Sadik al-Shamali
Produzent
THE VISUAL FEMINIST MANIFESTO
Evi Chayka
Aktivistin Equal Post-Ost
ERÖFFNUNG
Faseeha Chugtai
Protagonistin
SISTERQUEENS
Georg Escher
Journalist
Podium Pressefreiheit
Borjana Gaković Internationale Jury
Surendar Gobhalakannou THE ADAMANT GIRL
Olga Kosanović
Regie
NOCH LANGE KEINE LIPIZZANER
Alisa Kovalenko
Regie
MY DEAR THÉO
Dr. Michael Kraus
Georg-August-Universität Göttingen, Einführung
TALES OF OBLIVON
Marcus Lenz
Regie
SPLITTER AUS LICHT
Maik Lüdemann
Regie
KEIN LAND FÜR NIEMAND
Arivunila Manoharan
THE ADAMANT GIRL
Lúcia Murat
Regie
PLAYTIME
Kumjana Novakova
Regie
SILENCE OF REASON
Damien Ounouri
Internationale Jury
Rita Pestana
Cutterin
I ONLY REST IN THE STORM
Martina Priessner
Regie
DIE MÖLLNER BRIEFE
Iva Radivojević
Regie
WHEN THE PHONE RANG
Christoph Safferling
Akademie Nürnberger Prinzipien
Podium Völkerstrafrecht
Farahnaz Sharifi
Internationale Jury
Janaga Thileeban Janagarajan
Subramanian
THE ADAMANT GIRL
Mila Teshaieva
Regie
SPLITTER AUS LICHT
Eszter Tompa
Schauspielerin
KONTINENTAL ’25
Vinothraj P.S.
Regie
THE ADAMANT GIRL
Astrid Walter
Akademie Nürnberger Prinzipien
Podium Völkerstrafrecht
Karin Zennig
medico international
Podium Klimakrise & Kolonialismus
Paula Zimmermann
amnesty international
Podium Pressefreiheit

Online

Layla Alsheikh
Parents Circle Family Forum
HOLDING LIAT
Ratchapoom Boonbunchachoke
Regie
A USEFUL GHOST
Robi Damelin
Parents Circle Family Forum
HOLDING LIAT
Dulce Fernandes
Regie
TALES OF OBLIVON
Libby Lenkinski
Impact Produzentin
HOLDING LIAT
Petr Lom
Regie
THE CORIOLIS EFFECT
Najiba Noori
Regie
WRITING HAWA
Lee Anne Schmitt
Regie
EVIDENCE