15.10. – 22.10.2025

Playtime

Hora do recreio

Internationales Forum 2025, Open Eyes 2025

LAND: Brasilien JAHR: 2025 LÄNGE: 83 min

REGIE: Lúcia Murat

SPRACHE(N): Portugiesisch

UNTERTITEL: Deutsch, Englisch

PRODUZENT*IN: Lúcia Murat

DREHBUCH: Lúcia Murat

SCHNITT: Mair Tavares, Marih Oliveira

KAMERA: Bacco Andrade

MUSIK: Bernardo Uzeda

Inhalt

„Versuche doch einmal selbst, als schwarze Frau in einem Armenviertel aufzuwachsen“, heißt es in einem Rap-Song, der in Lúcia Murats PLAYTIME zu hören ist. Der Satz adressiert alle, die die zahlreichen Diskriminierungserfahrungen, die viele Brasilianer*innen tagtäglich erleiden müssen, aus einer privilegierten Perspektive auf die leichte Schulter nehmen. In PLAYTIME hingegen sprechen Betroffene: Schüler*innen berichten von sexuellem Missbrauch und Femiziden, von Rassismus, von allgegenwärtiger Homo- und Transphobie. Die in Brasilien ebenfalls virulente Polizeigewalt wiederum dringt über Handyvideos in den Film ein. Murat, eine Veteranin des politischen Kinos Brasiliens, nähert sich den Verwerfungen unserer Gegenwart in einem im besten Sinne ungerichteten, teils assoziativ montierten Film, der immer wieder die Erfahrungen, die Kraft und die Kreativität der Schüler*innen in den Mittelpunkt rückt. Gemeinsam mit der Regisseurin inszenieren sie sich selbst und ihre Erfahrungen. Am Ende ist es die Kunst, konkret ein auf einem Werk des schwarzen brasilianischen Autors Lima Barreto basierendes Theaterstück, die für kleine Hoffnungsschimmer sorgt.

Regie

Lúcia Murat

Biografie

Lucia Murat ist eine in Rio de Janeiro geborene brasilianische Filmemacherin, die in den 1960er und 1970er Jahren an den Studenten- und Guerillabewegungen gegen die Militärdiktatur in Brasilien teilnahm. Sie wurde von Militärangehörigen inhaftiert und gefoltert – diese Erfahrung hat ihr Werk stark beeinflusst. Murat arbeitete als Journalistin für unterschiedliche Zeitungen, bevor sie Filmschaffende wurde. Lucia Murat hat mehr als 20 Spielfilme produziert und bei 15 Filmen Regie geführt, die mit unzähligen Preisen ausgezeichnet wurden. Darunter: HOW NICE TO SEE YOU LIVE bester Film der Offiziellen, der Publikums- und der Kritikerjury beim Brasília FF; ALMOST BROTHERS Beste Regie und Bester Film beim Rio IFF und Bester Film beim Mar Del Plata; MEMORIES THEY TOLD ME, Fipresci-Preis beim Moscow IFF; PARIS SQUARE Beste Regie, Beste Schauspielerin beim Festival do Rio, Fipresci-Preis und Bester Film beim Uruguay FF.

Filmografie

How Nice to See You Alive (1989), Sweet Powers (1995), Brave New Land (2000), Almost Brothers (2003), The Foreing Eye (2005), Mare, Another Love Story (2007), A Long Journey (2010), Memories They Told Me (2013), The Nation That Didn’t Wait for God (2015), In Three Acts – Anatomy of Age (2017), Paris Square (2018), Ana.Untitled (2021), The Messenger (2023), Playtime (2025)

Links / Kontakte

PRODUKTION: Taiga Filmes

WELTVERTRIEB: Taiga Filmes