15.10. – 22.10.2025

Tales of Oblivion

Contos do esquecimento

Internationales Forum 2025

LAND: Portugal JAHR: 2023 LÄNGE: 63 min

REGIE: Dulce Fernandes

SPRACHE(N): Portugiesisch

UNTERTITEL: Englisch

PRODUZENT*IN: Pandora Da Cunha Telles

DREHBUCH: Dulce Fernandes

SCHNITT: Mário Espada

KAMERA: Paulo Menezes

MUSIK: Xullaji

Vorstellungen

Einführung von Dr. Michael Kraus, Georg-August Universität Göttingen

Online-Gespräch im Anschluss an den Film mit Regisseurin Dulce Fernandes

Inhalt

An einem heißen Sommermorgen im Jahr 1444 wurde im südportugiesischen Fischerdorf Lagos eine Gruppe von Afrikanerinnen an Land gebracht. Auf dem Feld neben dem Hafen wurden sie als Sklavinnen an die örtlichen Adligen und Kaufleute verschenkt. In den nächsten 400 Jahren wurden mehr als sechs Millionen Afrikanerinnen auf portugiesischen Schiffen nach Europa und über den Atlantik verschleppt. An einem regnerischen Winternachmittag im Jahr 2009 stießen Archäologinnen in Lagos bei Ausgrabungen für eine Tiefgarage auf menschliche Skelette. Während der fünfmonatigen Bauarbeiten an der Tiefgarage legten die Archäolog*innen die Skelette von 158 versklavten afrikanischen Männern, Frauen und Kindern frei. Ihre Leichen waren in einer Mülldeponie aus dem 15. Jahrhundert entsorgt worden.
In TALES OF OBLIVION werden die Geschichten von Gewalt und Brutalität aus der Vergangenheit mit Bildern und Klängen aus der Gegenwart verwoben. Der Film beschwört die Geschehnisse an diesen Orten herauf und ruft Erinnerungen aus der Vergangenheit wach. Der Film ist ein Territorium, in dem wir keine andere Wahl haben, als zu sehen, wie die Gegenwart weiterhin von der Geschichte, die wir in uns tragen, geprägt wird.

Regie

Dulce Fernandes

Biografie

Dulce Fernandes wurde in der damaligen portugiesischen Kolonie Angola geboren und lebt zwischen New York und Lissabon. Sie studierte Fotografie am Ar.Co in Lissabon, Film am School of the Art Institute of Chicago und an der Internationalen Hochschule für Film und Fernsehen in Kuba sowie Internationale Beziehungen in Lissabon und New York. Ihr erster Film LETTERS FROM ANGOLA wurde auf internationalen Festivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet. Unter anderem war er für den portugiesischen Filmpreis Prémios Sophia nominiert.

Filmografie

Letters from Angola (2011), Tales of Oblivion (2023)

Links / Kontakte

PRODUKTION: Ukbar Filmes, Kintop

WELTVERTRIEB: Cláudia Rita Oliveira, Madame Filmes