15.10. – 22.10.2025

When the Phone Rang

Kada je zazvonio telefon

Internationaler Wettbewerb 2025

LAND: Serbien, USA JAHR: 2024 LÄNGE: 73 min

REGIE: Iva Radivojević

SPRACHE(N): Serbisch

UNTERTITEL: Englisch, Deutsch

MIT: Natalija Ilinčić, Srna Vasić, Vasilije Zečević, Danica Maksimović

PRODUZENT*IN: Iva Radivojević, Marija Stojnić, Andrijana Sofranić Šučur, Madeleine Molyneaux

DREHBUCH: Iva Radivojević

SCHNITT: Iva Radivojević

KAMERA: Martin DiCicco

MUSIK: Iva Radivojević

Inhalt

WHEN THE PHONE RANG beginnt mit einem Telefonanruf in Novi Sad und dreht sich im weiteren Verlauf darum. Er wird in unterschiedlichen Ausprägungen diesen Film strukturieren und prägen. Die heranwachsende Protagonistin erfährt darin, dass ihr Großvater gestorben ist. In ihrem Kopf allerdings markiert er den Beginn des Krieges (der einige Tage später tatsächlich erfolgt). Der Feststellung, dass von diesem Moment an keine klare Erinnerung mehr verfügbar ist, folgen nur noch szenenhafte Erinnerungen an die Zeit davor. Bruchstückhaft, oft stumm und aus dem Off erzählt, sind diese Erinnerungen einerseits fast unkonkret und doch immer wieder hyperdetailliert, emotional. So sagen sie weniger über die tatsächlichen Ereignisse aus als über die Mechanismen von Erinnerung, insbesondere rund um das Trauma eines Krieges. Zehnmal klingelt das Telefon im Film, immer wieder dieselbe Szene mit immer kürzerer Off- Erzählung.
Die im Film angedeuteten Entwicklungen (von Personen und Geschichten) werden nicht ausbuchstabiert, nicht fertig erzählt, bleiben bruchstückhaft. Insofern ist der Spannungsbogen dieses bemerkenswerten Films zyklisch und kehrt immer wieder an den Ausgangspunkt zurück, um den sich alles dreht. Mit größter Präzision und klarer künstlerischer Handschrift entwirft Iva Radivojević einen autofiktionalen Experimentalfilm mit großer Sogwirkung, der von Erinnerung, Heranwachsen, Aufbruch und Entwurzelung und den Beginn des Bosnien-Krieges erzählt.

Regie

Iva Radivojević

Biografie

Iva Radivojević ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie wurde in Belgrad geboren und wuchs in Jugoslawien, Zypern und schließlich in New York City auf. Heute lebt sie zwischen Athen und Lesbos. Ihre Filme liefen international auf zahlreichen Festivals wie dem Locarno Film Festival und dem International Film Festival Rotterdam und wurden im MoMA, New York, gezeigt. Aufträge erhielt sie u. a. von ARTE La Lucarne und Field of Vision. Ihre Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem durch das Sundance Art of Non-Fiction Fellowship, das Guggenheim Fellowship, das Jerome Fellowship, das NYFA Fellowship und den Princess Grace Special Project Award. Neben ihren filmischen Arbeiten veröffentlichte sie zuletzt ihr Buch Avenue of the Living bei Big Black Mountain Press. Radivojević ist Teil des PhD Programms der Villa Arson in Nizza.

Filmografie

Auswahl: Evaporating Borders (2014, NIHRFF 2015), Notes from the Border (2015), Natto (2018), Utuqaq (2020),Aleph (2021), Quietly, I Walk the Wrong Way (2021), Togetherness (2022),When the Phone Rang (2024)

Links / Kontakte

PRODUKTION: Set Sail Films, Ivaasks Films

WELTVERTRIEB: Flavio Armone, Lights On