Filme im Open Eyes Schulfilmprogramm 2022

Bitte beachten Sie, dass die Open Eyes Schulfilme speziell für Schulklassen angeboten werden und nicht öffentlich zugänglich sind. Weitere Infos zum Programm und zur Anmeldung für Lehrkräfte finden Sie unter www.nihrff.de/open-eyes

Seit 2007 wird Open Eyes großzügig von der Stabilo International GmbH unterstützt.

The Earth Is Blue as an Orange
The Earth Is Blue as an Orange

Dokumentarfilm, Ukraine, Litauen 2020, 73 Min., Russisch-Ukrainisch mit deutschen Untertiteln, FSK: k.A., Regie: Iryna Tsilyk

empfohlen ab 9. Klasse

#Ukraine #Leben im Kriegsgebiet #Film im Film

Das Grüne Gold
Dead Donkeys fear no Hyenas

Dokumentarfilm Schweden, Deutschland 2016, Finnland, 82 Min., deutsche Sprachfassung, FSK: ab 0, Regie: Joakim Demmer

empfohlen ab 9. Klasse

#Agrobusiness #Globalisierung #Entwicklungshilfe

Rabiye Kurnaz vs. George W. Bush
Rabiye Kurnaz vs. George W. Bush

Spielfilm, Deutschland, Frankreich 2022, 118 Min., deutsche Sprachfassung, FSK: ab 6, Regie: Andreas Dresen

empfohlen ab 9. Klasse

#Krieg gegen den Terror #Deutsches Versagen #Guantánamo

Shadow Game
Shadow Game

Dokumentarfilm, Niederlande 2021, 90 Min., Englisch, Arabisch, Kurdisch, Persisch, Paschtunisch mit deutschen Untertiteln, FSK: k.A., Regie: Eefje Blankevoort, Els van Driel

empfohlen ab 9. Klasse

#Flucht #Festung Europa #Social Media

Spuren – Die Opfer des NSU
Spuren – Die Opfer des NSU

Dokumentarfilm, Deutschland 2019, 81 Min., Deutsch-Türkische Originalfassung teilweise mit deutschen Untertiteln, FSK: 12, Regie: Aysun Bademsoy

empfohlen ab 9. Klasse

#Rechter Terror #Rassismus #Solidarität

Wem gehört mein Dorf?
Wem gehört mein Dorf?

Dokumentarfilm, Deutschland 2021, 96 Min., deutsche Sprachfassung, FSK: ab 0, Regie: Christoph Eder

empfohlen ab 8. Klasse

#Demokratie #Engagement #Kommunalpolitik

Das Grüne Gold

Dead Donkey Fear No Hyenas

REGIE: Joakim Demmer LAND: Schweden, Deutschland JAHR: 2016 SPRACHE(N): Deutsch, Englisch, Amharisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 82 min FSK: 6 ALTERSEMPFEHLUNG: ab 9. Klasse

SEKTION: Open Eyes 2022

INHALT

DAS GRÜNE GOLD ergründet die Auswirkungen und Mechanismen von Landraub in Äthiopien. Die Regierung verpachtet dort in der Hoffnung auf Exporteinnahmen und Fortschritt Millionen Hektar Land, das „grüne Gold“, an ausländische Investoren, die für den globalen Lebensmittelmarkt Anbaufläche benötigen. Doch das hat nicht nur verheerende Folgen für die Umwelt sondern auch für die Bevölkerung: Millionen von Kleinbauern verlieren durch Zwangsumsiedlungen ihre Existenzgrundlage. Hunger und Armut nehmen zu. Kritische Stimmen unterdrückt die Regierung mit autoritären Methoden. Zu dieser Situation trägt auch Entwicklungshilfe von Institutionen wie der Weltbank bei. In seiner sechsjährigen Recherche spricht Regisseur Joakim Demmer mit Menschen vor Ort, Journalisten, Aktivisten, aber auch Investoren, Regierungsbeamte und Vertreter der Weltbank.

„Ein ungeheuerlicher Real-Thriller, der von den scheinbar entlegenen Ecken Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen direkt auf unseren Esstisch führt.“ Neue Visionen Film Verleih

#Agrobusiness #Globalisierung #Entwicklungshilfe

BEGLEITMATERIAL: https://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/das-gruene-gold-nik/

PRODUZENT:IN: Fredrik Gertten, Margarete Jangård KAMERA: Ute Freund, Zeb Davidson, Mark Barrs SCHNITT: Frank Brummundt, Stefan Sundlöf MUSIK: Matthias Trippner

PRODUKTION: WG Film VERLEIH: Neue Visionen (info@neuevisionen.de)

The Earth Is Blue as an Orange

REGIE: Iryna Tsilyk LAND: Ukraine, Litauen JAHR: 2020 SPRACHE(N): Ukrainisch, Russisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 74 min FSK: k.A. ALTERSEMPFEHLUNG: ab 9. Klasse

SEKTION: Weekender 2022, Open Eyes 2022

INHALT

„Krieg ist, wenn Leute schießen. Und andere Leute schießen auf die Leute, die zuerst geschossen haben. Wenn sie zu schießen beginnen, weckt Mama uns auf, und wir gehen in den Flur. Und wenn sie aufhören, gehen wir zurück ins Bett.“
Im Osten der Ukraine begann der russische Angriffskrieg Krieg nicht erst im Februar 2022, hier tobt er bereits seit 2014. „In den Straßen fallen Schüsse, explodieren Granaten. Im Haus versuchen vier Geschwister gemeinsam mit ihrer Mutter, den Katzen und der Schildkröte, Frieden zu finden und einen normalen Alltag zu organisieren. Er hat mich schnell reizbar und böse werden lassen, meint Nastja. Ihre Schwester Myroslava, die Kamera studieren möchte, sagt: Krieg ist wie eine Leere. Um gegen das schwarze Loch anzukämpfen, dreht sie einen Film. Einen Film über das Leben ihrer Familie im Krieg, über die Ängste und kleinen Freuden. Regisseurin Iryna Tsilyk beobachtet den Alltag im Krieg und die Arbeit der Familie an dem Film. Ein Dokument der Resilienz und der Macht des Kinos.“ Berlinale, Generation 14plus

#Ukraine #Leben im Kriegsgebiet #Film im Film

BEGLEITMATERIAL: https://www.bpb.de/lernen/filmbildung/ukraine-im-film/509290/the-earth-is-blue-as-an-orange/

FILMOGRAPHIE Blue Hour (2008), Commemoration (2012), Home (2016), Kid (2017), Tayra (2017), The Earth Is Blue as an Orange (2020)

PRODUZENT:IN: Anna Kapustina, Giedrė Žickytė KAMERA: Viacheslav Tsvietkov SCHNITT: Ivan Bannikov, Iryna Tsilyk

WELTVERTRIEB: Cat&DOCS (info@catndocs.com)

Shadow Game

REGIE: Eefje Blankevoort, Els van Driel LAND: Niederlande JAHR: 2021 SPRACHE(N): Arabisch, Kurdisch, Paschtunisch, Perseisch, Englisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 90 min FSK: k.A. ALTERSEMPFEHLUNG: ab 9. Klasse

SEKTION: Weekender 2022, Open Eyes 2022

INHALT
SHADOW GAME zeigt die Flucht aus der Perspektive von Teenagern im Alter von 14–17 Jahren, die versuchen über die Balkanroute nach Europa zu gelangen. Sie nennen ihre Flucht „The Game“ — ein lebensgefährliches Spiel, das man jederzeit verlieren kann. Die Jugendlichen versuchen mit allen Mitteln unbemerkt über die nächste Grenze zu kommen: zu Fuß, durch Mienenfelder, durch Flüsse, über Berge, als Blindepassagiere auf Kohlezügen oder LKWs. Jede Grenzüberquerung ein neues Level, das oft mehrere Anläufe braucht. Wenn die Grenzpolizei sie doch aufgreift, drohen Misshandlungen und illegale „Push-Backs“. Aufgeben keine Option. Ihr Handy ist dabei das wichtigste Hilfsmittel. Sie halten Kontakt mit Freunden und Familie und dokumentieren ihre Flucht auf Instagram und TikTok. Die Aufnahmen der Teenager lassen hautnah miterleben, was Tag für Tag an den Grenzen Europas geschieht.

„Ein unglaublich spannendes, dazu ästhetisch herausragendes Filmkunstwerk, das den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnet. Und ein aufrüttelndes Zeitdokument.“ Ysabel Fantou, DOK.fest München

#Flucht #Festung Europa #Social Media

WEBSEITE: https://shadowgame.eu

KAMERA: Ton Peters SCHNITT: Patrick Schonewille MUSIK: Rui Reis Maia

KONTAKTE PRODUKTION: Witfilm (info@witfilm.nl) WELTVERTRIEB: Olivier Semonnay, Java Films (olivier@javafilms.tv)

Rabiye Kurnaz vs. George W. Bush

REGIE: Andreas Dresen LAND: Deutschland, Frankreich JAHR: 2022 SPRACHE(N): Deutsch, Türkisch, Englisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 118 min MIT: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, u.a. FSK: 6 ALTERSEMPFEHLUNG ab 9. Klasse

SEKTION: Open Eyes 2022

INHALT

Der 19-Jährige Bremer Murat Kurnaz wird kurz nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 unter Terrorverdacht verhaftet und ohne Anklage 5 Jahre lang unschuldig und rechtswidrig im US-Gefangenenlager Guantánamo festgehalten. Der Film basiert auf dieser wahren Begebenheit und erzählt aus der Perspektive von Murats Mutter Rabiye den unermüdlichen und langwierigen Kampf um Murats Freilassung. Als sie ihren Sohn in den Nachrichten sieht, ahnt sie noch nicht in welchen komplexen juristischen und diplomatischen Verstrickungen Murat feststeckt. Vor allem der militärische Sonderstatus von Guantánamo und die Unwilligkeit der deutschen Politik und Behörden, lassen Rabiyes Kampf schier aussichtslos erscheinen. Mit dem Anwalt Bernhard Docke findet sie einen Unterstützer, der mit ihr gemeinsam „zentimeterweise“ Rechtsstaatlichkeit erkämpft und den Fall sogar bis vor den Supreme Court der USA bringt.

„RABIYE KURNAZ VS. GEORGE W. BUSH ist eine optimistische Geschichte über Gerechtigkeit, Freundschaft und enormes Durchhaltevermögen. Zugleich wirft der Film ein Schlaglicht auf einen Politskandal, für den sich bis heute kein Verantwortlicher entschuldigt hat.“ SWR 2 Kultur aktuell

#Krieg gegen den Terror #Deutsches Versagen #Guantánamo

WEBSEITE: https://rabiye.film/

BEGLEITMATERIAL: https://www.kinofenster.de/filme/filmarchiv/kf2204-rkggwb-rabiye-kurnaz-gegen-george-w-bush-film/

PRODUZENT:IN: Claudia Steffen, Christoph Friedel DREHBUCH: Laila Stieler KAMERA: Andreas Höfer SCHNITT: Jörg Hauschild MUSIK: Johannes Repka, Cenk Erdogan

PRODUKTION: Pandora Filmproduktoin VERLEIH: Pandora Filmverleih (verleih@pandorafilm.com)

Spuren – Die Opfer des NSU

REGIE: Aysun Bademsoy LAND: Deutschland JAHR: 2019 SPRACHE(N): Deutsch, Türkisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 81 min FSK: 12 ALTERSEMPFEHLUNG ab 9. Klasse

SEKTION: Open Eyes 2022

INHALT

Zwischen 2000 und 2007 wurden 10 Menschen vom selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet. Nach dem Ende des NSU-Prozesses, viel zu milden Strafen und noch zahlreichen offenen Fragen, bleiben die Angehörigen der Opfer entäuscht zurück. Neben den Morden und dem Urteil haben auch die rassistischen Ermittlungen und Berichterstattungen Spuren hinterlassen. Wie gehen die Angehörigen mit diesen Erfahrungen, mit dem Verlust, der Trauer und den Verletzungen um? Der Film rückt die Perspektive der Hinterbliebenen in den Vordergrund und begleitet u.a. auch die Familie und einen Mitarbeiter von Enver Şimşek, der in Nürnberg an seinem Blumenstand am 9. September 2000 erschossen wurde.

„SPUREN – DIE OPFER DES NSU ist eine Arbeit am Nicht-Vergessen, intimes Porträt und Anhäufung von Material. Dabei bezieht die Filmemacherin selbst Position, benennt im Film die Motivation für das Projekt: nämlich das Gefühl, dass es stets auch die eigene Familie hätte treffen können, immer noch treffen kann.“ – Anne Küper, critic.de

#Rechter Terror #Rassismus #Solidarität

WEBSEITE: https://www.salzgeber.de/spuren

BEGLEITMATERIAL: https://www.kinofenster.de/filme/filmarchiv/spuren-die-opfer-der-nsu-film/

KAMERA: Ute Freund, Isabelle Casez SCHNITT: Maja Tennstedt

PRODUKTION: Ma.ja.de. Filmproduktion VERLEIH: Salzgeber (info@salzgeber.de)

Kinder von Hoy: Freiheit, Glück und Terror

Lesung mit Grit Lemke

SEKTION: Weekender 2022

2013 war Grit Lemke Mitglied unserer Internationalen Festivaljury. Jetzt liest sie aus ihrem ersten Buch – und was für eins! In den sechziger und siebziger Jahren waren sie mit ihren Eltern nach Hoyerswerda gekommen, eine DDR-Musterstadt: aus dem Heideboden gestampft, aus Bauelementen zusammenmontiert. Morgens rollen die Eltern in Schichtbussen davon, die Kinder wachsen in einem großen Kollektiv auf. Die Erzählerin wird Teil der Kultur- und Kunstszene um Gerhard Gundermann, den Springsteen des Ostens. Eine Art proletarische Bohème entwickelt sich: nachts im Kellerclub, morgens im Schichtbus. Doch der Wiedervereinigung folgen Massenentlassungen, und ein latent vorhandener Rassismus gegen in der Stadt lebende Vertragsarbeiter sowie eine schnell erstarkende Rechte führen zu Ausschreitungen. Die Kulturszene bleibt tatenlos, doch auch für sie wird danach nichts mehr sein, wie es war … Suhrkamp

Eines der besten Bücher, die über den Osten geschrieben wurden.“
Matthias Schmidt, MDR Kultur

WEBSEITE: https://www.gritlemke.de/

BIOGRAPHIE

Geboren 1965 in Spremberg/Niederlausitz, aufgewachsen in Hoyerswerda.
Nach einer Baufacharbeiterlehre und Arbeit im Theater- und Kulturbereich 1987-93 Studium der Kulturwissenschaft, Ethnologie und Literatur in Leipzig, 1999 Promotion in Europäischer Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Seit 1991 Arbeit für Filmfestivals in wechselnden Funktionen, langjährig für DOK Leipzig, bis 2017 dort Leiterin des Filmprogramms. Beim FilmFestival Cottbus Leitung der deutsch-sorbischen Sektion „Heimat | Domownja | Domizna“. Kuratierte zahlreiche Filmreihen, u.a. bei DOK Leipzig, der Akademie der Künste Berlin, goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films Wiesbaden und für Goethe Institute weltweit. Hatte Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen und Instituten inne, Mentorin und Tutorin in Trainingsprogrammen. Mitarbeit als Autorin und Dramaturgin an Dokumentarfilmen und –serien. Publikationen zum Dokumentarfilm.

2019 Regie des abendfüllenden Dokumentarfilms „Gundermann Revier“ (Grimme Preis Nominierung, zahlreiche Festivalteilnahmen, Kino-Auswertung) und Autorin des Buchs „Unter hohen Himmeln. Das Universum Volker Koepp“ (Bertz + Fischer Verlag). Ko-Autorin des Kinderdokumentarfilms „Lene und die Geister des Waldes“ (Regie: Dieter Schumann, 2020).
2021 Veröffentlichung des dokumentarischen Romans „Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror“ (Suhrkamp Verlag).
Zwei Söhne, lebt in Berlin und zweitweilig Hoyerswerda.

Merci Maman!

REGIE: Sophie Glanddier LAND: Frankreich JAHR: 2019 SPRACHE(N): Französisch, Englisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 87 min

SEKTION: Weekender 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT

Sophie Glanddier ist Filmemacherin. Ihre überaus fitte Mutter ist 81 Jahre alt und macht sich gemeinsam mit der Tochter auf die Suche nach ihrer Geburtsfamilie. Sie wurde nämlich 1937 direkt nach der Geburt zur Adoption freigegeben. Erste Spuren führen nach Polen, aber das ist nur der Anfang: die Recherchen nehmen schnell globale Ausmaße an und enthüllen eine Familiengeschichte, die bei Pogromen in Russland beginnt und über die Wirren des 2. Weltkriegs bis nach England führt.

Trotz des komplexen Themas ist dieses dokumentarische Road Movie ein unglaublich fröhlicher und leichter Film mit einem der sympatischsten und extravagantesten Mutter-Tochter-Duos der jüngeren Filmgeschichte.

BIOGRAPHIE

Sophie Glanddier ist Autorin und Regisseurin. Nach einer Ausbildung in der Finanzbranche beschloss sie, sich der Kunstwelt zuzuwenden. Sie wurde Stylistin im Studio Berçot (Paris), dann Musikerin am Gabriel-Fauré-Konservatorium (Angoulême) und begann schließlich ihre Karriere als Filmemacherin. Sie absolvierte den Master Schreiben und Regie von kreativen Dokumentarfilmen, CREADOC (Angoulême).

FILMOGRAPHIE

Mohamed’s Sofa (2014) Jess, Headwind (2018) Merci, Maman (2019)

PRODUZENT:IN: Antonio Magliano KAMERA: Sophie Glanddier SCHNITT: Sophie Glanddier MUSIK: Sophie Glanddier

KONTAKTE PRODUKTION: Prima Luce (info@primaluce.fr) WELTVERTRIEB: Prima Luce (info@primaluce.fr)

Rift Finfinnee

REGIE: Daniel Kötter LAND: Äthiopien, Deutschland JAHR: 2020 SPRACHE(N): Amharisch, Oromiffa UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 79 min

SEKTION: Weekender 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT

Der Film von Daniel Kötter schickt den/die Betrachter*in in streng komponierten Bildern und einer die Originaltöne komplex verwebenden Tonspur auf eine Reise durch die Peripherie der äthiopischen Hauptstadt Addis Ababa. Ausgehend von Geographie, Architektur und Alltagsleben entsteht eine auch allegorische Erzählung über das Stadtwerden einer Gesellschaft am Rande des Bürgerkriegs.

Rift Finfinnee dokumentiert die rural-urbane Transformation von Raum und ihre Konsequenzen für das Zusammenleben am Beispiel von vier Siedlungen im Osten der äthiopischen Hauptstadt: Das Dorf Dingaja, die Sozialbausiedlung Bole Arabsa, die Mittelstandswohnblocks Ayat Condominiums und die gated community CCD Homes. Vier unterschiedliche Kulissen für den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel Äthiopiens, alle vier in Sichtweite voneinander, jedoch getrennt durch einen tiefen Graben, der Stadt von Nicht-Stadt, Gegenwart von projektierter Zukunft, Oromo von Amhara trennt: die Schlucht des Akaki Flusses.

Eine einzige Fußgänger-Brücke überspannt jenen „Rift“, Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, der nicht nur die geographische und administrative Grenze von Stadt und Land darstellt, sondern an dem sich auch der symbolische Riss zwischen urbanem und ruralem Leben manifestiert, der sich in blutigen Konflikten zwischen den urban geprägten Amhara, den politisch dominanten Tigray und den Oromo-Farmern entlädt.

BIOGRAPHIE

Daniel Kötter ist ein international tätiger Filmemacher und Musiktheater-Regisseur. Seine Arbeiten changieren zwischen verschiedenen medialen und institutionellen Kontexten und verbinden Techniken des Experimentalfilms mit performativen und dokumentarischen Elementen. Sie wurden weltweit auf zahlreichen Film- und Videokunstfestivals, in Galerien, Theatern und Konzerthäusern gezeigt. Zu seinen Hauptwerken zählen die die Musiktheater-Trilogien Falsche Arbeit, Falsche Freizeit, Freizeitspektakel(2008-10), KREDIT RECHT LIEBE(2013-16) und STADT LAND FLUSS (2017-19, alle mit Hannes Seidl), die Mehrkanal-Trilogie Arbeit und Freizeit(2009-2011) sowie die Film-, Performance- und Diskursreihe state-theatreüber die Bedingungen des Performativen in den Städten Lagos, Teheran, Berlin, Detroit, Beirut, Mönchengladbach (2009-2014 mit Constanze Fischbeck). Seine umfangreiche Film- und Textarbeit KATALOG (2013) entstand in 13 Ländern rund um das Mittelmeer mit einem besonderen Interesse an Praktiken des Raums. Visuelle Recherchen führen ihn immer wieder auf den afrikanischen Kontinent sowie in den Mittleren Osten. 2014-18arbeitete er u.a. mit dem Kurator Jochen Becker (metroZones) an dem Recherche-, Ausstellungs- und Filmprojekt CHINAFRIKA. Under Construction. 2017-20 erarbeitete er die Dokumentar-Film Trilogie Hashti Tehran(2017, 60’), Desert View(2018, 84‘) und Rift Finfinnee (2020, 80‘) über urbane Peripherien in Teheran, Kairo und Addis Abeba. Hashti Tehrangewann den Sonderpreis des Deutschen Kurzfilmpreises. Zur Zeit arbeitet Daniel Kötter unter dem Titel landscapes and bodies an einer Reihe von Raumperformances und 360° Filmen zu den landschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Extraktivismus in Deutschland, West Papua, DR Kongo und Estland.

FILMOGRAPHIE KREDIT RECHT LIEBE (2013-2016) Katalog (2014) Hashti Tehran (2016) STADT LAND FLUSS (2017 – 2019) Chinafrika.mobile (2018) Desert View (2018) Yu Gong (2019) Rift Finfinnee (2021)

PRODUZENT:IN: Meike Martens KAMERA: Daniel Kötter SCHNITT: Daniel Kötter MUSIK: Getatchew Merkuria

KONTAKTE PRODUKTION: Blinker Film (mm@blinkerfilm.de) WELTVERTRIEB: Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. (distribution@arsenal-berlin.de)

Filmgespräch mit Daniel Kötter

   

Shadow Game

REGIE: Eefje Blankevoort, Els van Driel LAND: Niederlande JAHR: 2021 SPRACHE(N): Arabisch, Kurdisch, Paschtunisch, Perseisch, Englisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 90 min

SEKTION: Weekender 2022, Open Eyes 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT
SHADOW GAME zeigt die Flucht aus der Perspektive von Teenagern im Alter von 14–17 Jahren, die versuchen über die Balkanroute nach Europa zu gelangen. Sie nennen ihre Flucht „The Game“ — ein lebensgefährliches Spiel, das man jederzeit verlieren kann. Die Jugendlichen versuchen mit allen Mitteln unbemerkt über die nächste Grenze zu kommen: zu Fuß, durch Mienenfelder, durch Flüsse, über Berge, als Blindepassagiere auf Kohlezügen oder LKWs. Jede Grenzüberquerung ein neues Level, das oft mehrere Anläufe braucht. Wenn die Grenzpolizei sie doch aufgreift, drohen Misshandlungen und illegale „Push-Backs“. Aufgeben keine Option. Ihr Handy ist dabei das wichtigste Hilfsmittel. Sie halten Kontakt mit Freunden und Familie und dokumentieren ihre Flucht auf Instagram und TikTok. Die Aufnahmen der Teenager lassen hautnah miterleben, was Tag für Tag an den Grenzen Europas geschieht.
„Ein unglaublich spannendes, dazu ästhetisch herausragendes Filmkunstwerk, das den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnet. Und ein aufrüttelndes Zeitdokument.“ Ysabel Fantou, DOK.fest München

WEBSEITE: https://shadowgame.eu

KAMERA: Ton Peters SCHNITT: Patrick Schonewille MUSIK: Rui Reis Maia

KONTAKTE PRODUKTION: Witfilm (info@witfilm.nl) WELTVERTRIEB: Olivier Semonnay, Java Films (olivier@javafilms.tv)

Republic of Silence

REGIE: Diana El Jeiroudi LAND: Deutschland, Frankreich, Syrien, Katar, Italien JAHR: 2021 SPRACHE(N): Arabisch, Deutsch, Englisch, Kurdisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 183 min

SEKTION: Weekender 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT
Zensierte Bilder, verordnetes Schweigen, Gedanken im Geheimen. Das Leben der syrischen Filmemacherin Diana El Jeiroudi war von Diktatur, Kriegen und Angst geprägt. In ihrem Film reflektiert sie eine politische Tragödie epischen Ausmaßes und stellt dieser ein Mosaik zutiefst persönlicher Momente gegenüber. Die dargestellte Zeit reicht von ihren ersten Erinnerungen im Alter von sieben Jahren, als sie von ihrem Vater die erste Kamera geschenkt bekommt, bis zur Gegenwart, in der sie mit ihrem Partner in Berlin lebt. Trost bieten ihr das Kino, die Musik, die Gewissheit von Träumen und die Solidarität einer tiefen Liebesbeziehung.
REPUBLIC OF SILENCE ist nicht nur ein berührendes filmisches Memoir, sondern auch eine vielschichtige Reflektion der politischen und sozialen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Syrien. Diana El Jeiroudis poetischer Filmessay hatte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig.

BIOGRAPHIE

Die Filme der Regisseurin und Drehbuchautorin Diana El Jeiroudi reflektieren sozipolitische Spannungen und Widersprüche. Bekannt ist sie vor allem für die mittellangen Dokumentarfilme „Dolls – A Woman from Damascus“ (2007) und „Morning Fears, Night Chants“ (2012). Zudem produzierte sie „Silvered Water – Syria Self-Portrait“ (Regie: O. Mohamad & W. S. Bedirxan), der 2014 in Cannes gezeigt wurde, sowie „The Mulberry House“ (Regie: Sara Ishaq; 2013). Für ihre Verdienste innerhalb der Dokumentarfilm-Community – insbesondere für den Aufbau des ersten syrischen Dokumentarfilmfestival DOX BOX sowie einer zughörigen, in Berlin ansässigen Organisation zur Unterstützung von Dokumentarfilmemacher*innen – wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem EDN Award, den Katrin Cartlidge Award und dem Heart of Sarajevo. Diana El Jeiroudi ist Mitglied der American Academy of Motion Pictures, der Deutschen Filmakademie und der Asia-Pacific Screen Academy. Sie war bereits Mitglied in diversen Kommitees und Jurys, u.a. für den Golden Eye Documentary Award in Cannes, dem Sundance Documentary Program und dem International Documentary Filmfestival Amsterdam.

FILMOGRAPHIE Good Morning Damascus (2004), The Pot (2005), Dolls: A Woman from Damascus (2007), Morning Fears, Night Chants (2012), Republic of Silence (2021)

PRODUZENT:IN: Orwa Nyrabia, Diana El Jeiroudi, Camille Laemle KAMERA: Sebastian Baeumler, Diana El Jeiroudi, Orwa Nyrabia, Guevara Namer SCHNITT: Katja Dringenberg, Diana El Jeiroudi

WELTVERTRIEB: No Nation Films (info@no-nation.de) DEUTSCHER VERLEIH: Salzgeber (info@salzgeber.de)

The Earth Is Blue as an Orange

REGIE: Iryna Tsilyk LAND: Ukraine, Litauen JAHR: 2020 SPRACHE(N): Ukrainisch, Russisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 74 min

SEKTION: Weekender 2022, Open Eyes 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT
„Krieg ist, wenn Leute schießen. Und andere Leute schießen auf die Leute, die zuerst geschossen haben. Wenn sie zu schießen beginnen, weckt Mama uns auf, und wir gehen in den Flur. Und wenn sie aufhören, gehen wir zurück ins Bett.“
Im Osten der Ukraine begann der russische Angriffskrieg Krieg nicht erst im Februar 2022, hier tobt er bereits seit 2014. „In den Straßen fallen Schüsse, explodieren Granaten. Im Haus versuchen vier Geschwister gemeinsam mit ihrer Mutter, den Katzen und der Schildkröte, Frieden zu finden und einen normalen Alltag zu organisieren. Er hat mich schnell reizbar und böse werden lassen, meint Nastja. Ihre Schwester Myroslava, die Kamera studieren möchte, sagt: Krieg ist wie eine Leere. Um gegen das schwarze Loch anzukämpfen, dreht sie einen Film. Einen Film über das Leben ihrer Familie im Krieg, über die Ängste und kleinen Freuden. Regisseurin Iryna Tsilyk beobachtet den Alltag im Krieg und die Arbeit der Familie an dem Film. Ein Dokument der Resilienz und der Macht des Kinos.“ Berlinale, Generation 14plus

FILMOGRAPHIE Blue Hour (2008), Commemoration (2012), Home (2016), Kid (2017), Tayra (2017), The Earth Is Blue as an Orange (2020)

PRODUZENT:IN: Anna Kapustina, Giedrė Žickytė KAMERA: Viacheslav Tsvietkov SCHNITT: Ivan Bannikov, Iryna Tsilyk

WELTVERTRIEB: Cat&DOCS (info@catndocs.com)

Weekender 2022

vom 29.9. bis zum 3.10. im Filmhaus Nürnberg

Programm

THE EARTH IS BLUE AS AN ORANGE

UA/LT 2020, 74 Min., russisch-ukrainische OmU, Regie: Iryna Tsilyk

Samstag, 01.10.22, 17:00 Uhr
Montag, 03.10.22, 17:00 Uhr

KINDER VON HOY: FREIHEIT, GLÜCK, TERROR

Lesung mit Grit Lemke

Samstag, 1.10.22, 19:00 Uhr

MERCI, MAMAN

FR 2019, 87 Min., französisch-englische OmU, Regie: Sophie Glanddier

Freitag, 30.09.22, 17:00 Uhr
Montag, 03.10.22, 19:00 Uhr, zu Gast: Sophie Glanddier

REPUBLIC OF SILENCE

DE/FR/SY/QA/IT 2021, 183 Min., arabisch-deutsch-englisch-kurdische OmU, Regie: Diana El Jeiroudi

Sonntag, 02.10.22, 18:30 Uhr, zu Gast: Diana El Jeiroudi
Montag, 03.10.22, 11:30 Uhr

RIFT FINFINNEE

ET/DE 2020, 79 Min., amharisch-Oromiffa OmU, Regie: Daniel Kötter

Freitag, 30.09.22, 19:00 Uhr, zu Gast: Daniel Kötter
Sonntag, 02.10.22, 16:30 Uhr

SHADOW GAME

NL 2021, 90 Min., arabisch-kurdisch-paschtunisch-persisch-englische OmU, Regie: Eefje Blankevoort, Els van Driel

Donnerstag, 29.09.22, 19:00 Uhr, zu Gast: Eefje Blankevoort (angefragt)

Sonntag, 02.10.22, 11:30 Uhr

Filmgespräch mit Daniel Kötter (Regisseur Rift Finfinnee)

Lesung mit Grit Lemke – Die Kinder von Hoy: Freiheit, Glück, Terror

Filmgespräch mit Sophie Glanddier (Regisseurin Merci, Maman)

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NIHRFF 2021

Programm nach Sektionen:

Hier finden Sie Videobeschreibungen in Gebärdensprache für Gehörlose zu einigen Filmen aus dem Programm.

Preisträger:innen

Der Internationaler Nürnberger Filmpreis der Menschenrechte geht an This Is Not a Burrial, It’s a Resurrection von Lemohang Jeremiah Mosese.

In beeindruckenden Bildern, verstörenden Klängen und poetischen Worten nähert sich der Film einer Umgebung die uns Fremd und doch so nah erscheint.
Er nimmt uns mit auf die Reise einer Frau, die vom Leben gebeutelt mit einer ehrfürchtigen Güte versucht ihren verstorbenen Liebsten wieder nah zu sein.

This Is Not a Burial, It’s a Resurrection – von Lemohang Jeremiah Mosese ist ein episches Meisterwerk, mit dem er nicht nur sich, sondern der gesamten Community von Lesotho, ein Denkmal setzt.

Sein Debüt ist poetisch, aber auch bildstark, traumhaft bis verträumt, und doch so grausam hautnah, konkret und präzise. Eine fiktive Geschichte aus der scheinbar fernen Welt, die jedoch mehr über unsere Gesellschaft aussagt, als uns lieb wäre: Eine Geschichte über die Macht des Kapitalismus, über Missbrauch und Missachtung von Menschen und Natur. Aber auch eine ermutigende Geschichte über Zusammenhalt, Selbstbehauptung und die Macht der scheinbar Machtlosesten der Welt: Einer alten, schwarzen Frau, die mit ihrem Leben eigentlich schon abgeschlossen hat.
Seine großartige Hauptdarstellerin Mary Twala Mhlongo brilliert in ihrem reduziertem Spiel und ihrer stoischen Art und zeigt, was es bedeutet, für den Kampf zu leben, auch wenn sie für ihre Sache am liebsten sterben würde. Sie entfacht in sich einen neuen Lebenswillen und somit auch den Kollektiven Geist des Widerstands ihrer Dorfgemeinde.
„Viele sahen den Tod, nur die Tochter von niemanden, Sah eine Auferstehung. Nicht die der Toten, sondern der Lebenden.“

Ein poetisches Kunstwerk was unbedingt angeschaut werden muss. Eine traumhafte Komposition aus Bildern, Tönen und Poesie: Das ist Kino.

Hamze Bytyci, Anne Kodura, Brigid O’Shea


Der mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis des Festivals geht an den Dokumentarfilm Herr Bachmann und seine Klasse der Regisseurin Maria Speth.

Der ebenfalls mit 1.000 Euro dotierte Preis der Open Eyes-Jugendjury geht an den Film Wem gehört mein Dorf? von Christoph Eder.

Im Rahmen eines Projektseminars unserer Schule haben wir die Möglichkeit bekommen, uns in dem letzten Jahr intensiv mit dem Thema Menschenrechte auseinanderzusetzen und ein ganz persönliches Verständnis davon aufzubauen. Darüber hinaus haben wir uns damit auseinandergesetzt, was einen Film überhaupt ausmacht – was Filme auf technischer, filmischer und inhaltlicher Ebene so besonders machen.

Wir haben viel gelernt und hätten das Gelernte kaum besser konkretisiert erleben können als mit den sechs Filmen des diesjährigen Jugendprogramms.

Innerhalb von drei Tagen durften wir eine facettenreiche Auswahl an Filmen erleben, was die Entscheidung nicht unbedingt leicht gemacht hat. Jeder dieser Filme, in seiner Einzigartigkeit, wäre einer Ehrung würdig.

Für wenige Stunden haben wir den uns fremdartig erscheinenden Alltag von Kindern in Kabul und mexikanischen Migrantenfamilien miterleben können, haben die Einwohner des Roya-Tals bewundert, die an der französisch-italienischen Grenze Moral über Gesetz stellen um Flüchtlinge zu helfen, haben die Grundzüge der Demokratie am Beispiel eines  norddeutschen Dorfes kennenlernen können, waren erstaunt wie selbst Finanzexperten bei grundlegenden Fragen zu unserem Wirtschaftssystem ins stottern kamen und haben Geschichten von verschiedenen Transsexuellen gehört, von Herausforderungen, aber auch Normalität in ihren Leben.

 Nun kam der knifflige Teil. Wir müssten uns für einen der Filme entscheiden, den wir auszeichnen möchten. Dies ist, wie Sie sich vorstellen können, nicht einfach gewesen. Doch nach langer Diskussion waren wir uns einig. Und somit möchte ich Ihnen den Preisträgerfilm  vorstellen.

Der Film „Wem gehört mein Dorf“ erzählt von einem Ort, Göhren in Norddeutschland, seiner Geschichte und all den Veränderungen, die sich dort seit der Wende abgespielt haben – sowie den Einwohnern, die mit einigen eben dieser Veränderungen Probleme haben und sich endlich entschieden Initiative zu ergreifen.

Die Geschichte, die Christoph Eder von seinem Heimatort erzählt, berichtet von zutiefst lokaler Politik, veranschaulicht aber gleichzeitig die grundlegenden Funktionsweisen von Demokratie im Großen. Der Film war ein erstaunlich spannendes Erlebnis, zum Ende haben wir regelrecht mitgefiebert, ob die alt eingesessen Politiker, genannt „Die Vier von der Stange“ nach 25 Jahren tatsächlich im Gemeinderat abgelöst werden.

Nach dem Film war man plötzlich motiviert zum Engagement, Demokratie geht nicht ohne Mitarbeit das wurde uns allen klar.

Und auch Menschenrechte: Sie bringen nicht viel, wenn wir sie nicht nutzen.

Wie einst John Lewis sagte über Wahrheit, Gerechtigkeit und Gleichheit:

„Wenn du etwas beobachtest, das nicht richtig, nicht fair oder nicht gerecht ist, musst du dich äußern. Du musst etwas sagen, und du musst etwas tun.“

Und somit freuen wir uns den diesjährigen Open Eyes Preis heute an Chistoph Eder und seiner Dokumentation „Wem Gehört mein Dorf“ zu verleihen

Unsere Open Eyes-Jugendjury waren 2021 Hannah-Lucia A Campo, Leonhard Grillmeyer, Johanna Jantsch, Mia Kappler und Clara Steinfels. Das Preisgeld wurde von STABILO International gestiftet.

Internationale Jury

Hamze Bytiçi

Hamze Bytyçi, geboren in Prizren, Kosovo, ist Medien- und Theaterpädagoge, Regisseur und Performer. Er hat sich 2012 an der Gründung der International Romani Film Commission zur Förderung von Filmschaffenden mit Roma-Identität beteiligt. 2017 hat er das Roma-Filmfestival AKE DIKHEA? ins Leben gerufen, das seitdem unter seiner Leitung alljährlich in Berlin stattfindet. Er ist Regisseur von mehreren Dokumentar- und animierten Kurzfilmen (JOŽKA, 2017, …DIE BRINGEN NUR DIE VERBRECHER WEG, 2019, MEMORY BOXES, 2019). Er ist Vorsitzender von RomaTrial e.V., der in den Bereichen Kunst und Kultur, Jugend und Bildung (u.a. Filmsommerschule Balkan Onions) sowie Politik und Aktivismus aktiv ist.

Foto © Jennifer Tuffour

Anne Kodura

Geboren 1987 in Halle (Saale). Medienkunststudium an der Kunstakademie München. Erste Erfahrungen im Inszenieren von Theater, Kurz- und Experimentalfilmen.
Ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm ÖDLAND – DAMIT KEINER DAS SO MITBEMERKT feierte auf der Berlinale (Generation) Premiere, lief danach auf zahlreichen Festivals und gewann unter anderem bei der 8. Ausgabe des Nürnberger Filmfestivals der Menschenrechte den Preis der Open Eyes-Jugendjury.
Des Weiteren war sie Jurymitglied der Internationalen Jury der Generation der 66. Berlinale und war in den letzten Jahren zweifach als Berlinale Talent vertreten, zuletzt in der Script Station mit ihrem Spielfilmdrehbuch ALMA.

Brigid O’Shea

Brigid O’Shea lebt und arbeitet seit 2005 in Deutschland und Europa. Sie begann ihre Karriere bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin, wo sie für verschiedene Abteilungen wie Berlinale Talents, Berlinale Co-Production Market und den EFM arbeitete. Ab 2010 war sie Koordinatorin des DOK-Industrieprogramms und wurde Ende 2014 zur Leiterin von DOK Industry ernannt. Sie verließ diesen Posten 2021, um die Documentary Association of Europe zu gründen, um eine neue Generation von Fachleuten heranzubilden und sich auf paneuropäischer Ebene für Dokumentarfilmemacher:innen einzusetzen. Zuvor war sie als freie Mitarbeiterin für zahlreiche Dokumentarfilminstitute in Europa und für Produktionsfirmen tätig. Sie ist weltweit als Dozentin für internationale Kofinanzierung und Pitching sowie für Festivalstrategien und Kulturmanagement tätig. Als international anerkannte Beraterin mit einem breiten und vielfältigen Netzwerk moderiert und kuratiert sie Diskussionen und Programme zum Thema Non-Fiction-Filmemachen. Derzeit ist sie Mitglied des Beirats von B2B Doc und DMZ Docs.

Foto © Susann Jehnichen

Fotorückblick NIHRFF 12

Mittwoch, 29. September 2021 – Eröffnung

Oberbürgermeister Marcus König mit Festivalleiterin Andrea Kuhn

Die Open Eyes-Jugendreporter führen Interviews

Moderator Tom Viewegh

Oberbürgermeister Marcus König

Gebärdensprachdolmetscherin Carolin Reuter

Festivalleiterin Andrea Kuhn

Grußbotschaft von Vinothraj P.S. Regisseur des Eröffnungsfilms PEBBLES

Marcus König, Andrea Kuhn und Horst Brinkmann (Stabilo International)

© Nuremburg International Human Rights Film Festival (NIHRFF), Fotos: Steffen Kirschner

Donnerstag, 30. September 2021

Martina Priessner (DIE WÄCHTERIN)

Regisseurin Martina Priessner im Filmgespräch

Filmgespräch über Zoom mit Rosine Mbakam (DELPHINE’S PRAYERS)

Rosine Mbakam (DELPHINE’S PRAYERS)

Filmgespräch zu THE OTHER SIDE OF THE RIVER mit Arash Asadi,Antonia Kilian, Guevara Namer

Antonia Kilian (Regisseurin THE OTHER SIDE OF THE RIVER)

Guevara Namer (Drehbuch THE OTHER SIDE OF THE RIVER)

Arash Asadi (Drehbuch THE OTHER SIDE OF THE RIVER)

Filmgespräch mit Lancelot Chan (Drehbuch DECAMERON)

Lancelot Chan (DECAMERON)

© Nuremburg International Human Rights Film Festival (NIHRFF), Fotos: Steffen Kirschner

Freitag, 1. Oktober 2021

Radio Z Talk mit Lancelot Chan (DECAMERON)

Filmgespräch mit Alina Cyranek (HOTEL ASTORIA)

Alina Cyranek (HOTEL ASTORIA)

Filmgespräch mit Nina Fischer und Maroan el Sani (APPROPRIATION TAKES YOU ON A WEIRD RIDE)

Moritz Siebert (ZAHLVATERSCHAFT)

Filmgespräch mit Moritz Siebert

Narges Kalhor (IN THE NAME OF SCHEHERAZADE OR THE FIRST BEERGARDEN IN TEHERAN)

Narges Kalhor

Live in concert: das_synthikat

das_synthikat

© Nuremburg International Human Rights Film Festival (NIHRFF), Fotos: Nina Kunz

Samstag, 2. Oktober 2021

Filmgespräch über Zoom mit Vinothraj P.S. (PEBBLES)

Chris Bellaj von Radio Z

Moritz Siebert (ZAHLVATERSCHAFT) im Radio Z-Talk

Nina Fischer (APPROPRIATION TAKES YOU ON A WEIRD RIDE)

Nina Fischer und Maroan el Sani im Radio Z-Talk

Isabelle Ingold (ELSEWHERE, EVERYWHERE)

Filmgespräch zu ELSEWHERE, EVERYWHERE

Vivianne Perelmuter (ELSEWHERE, EVERYWHERE)

© Nuremburg International Human Rights Film Festival (NIHRFF), Fotos: Nina Kunz

Sonntag, 3. Oktober 2021

Filmgespräch mit Julian Radlmaier (BLUTSAUGER)

Julian Radlmaier

Laura Plancarte (NON WESTERN) im Gespräch

Jean Boiron Lajous (WORDS OF BANDITS) im Radio Z-Talk

Filmgespräch mit Maria Speth ( HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE)

Maria Speth

Außenspielort in der Katharinenruine

in der Katharinenruine

in der Katharinenruine

Marta Popivoda (LANDSCAPES OF RESISTANCE)

Filmgespräch mit Marta Popivoda (LANDSCAPES OF RESISTANCE)

© Nuremburg International Human Rights Film Festival (NIHRFF), Fotos: Nina Kunz

Montag, 4. Oktober 2021

Filmgespräch mit Jean Boiron Lajous (WORDS OF BANDITS)

Jean Boiron Lajous (WORDS OF BANDITS)

Maria Speth

Firouzeh Khosrovani (RADIOGRAPH OF A FAMILY)

Firouzeh Khosrovani

© Nuremburg International Human Rights Film Festival (NIHRFF), Fotos: Steffen Kirschner

Dienstag, 5. Oktober 2021 – Preisverleihung

Horst Brinkmann (Stabilo International)

Preisträger Christoph Eder (WEM GEHÖRT MEIN DORF?) mit der Open Eyes-Jugendjury und den Jugendreporter:innen

Christoph Eder (WEM GEHÖRT MEIN DORF?)

Andrea Kuhn und Publikumspreis-Gewinnerin Maria Speth (HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE)

Moderator Tom Viewegh

Die internationale Jury (Anne Kodura und Hamze Bytyci, Brigid O’Shea im Hintergrund) verkündet den Preisträgerfilm

Hamze Bytyci

Dankesbotschaft von Preisträger Lemohang Jeremiah Mosese (THIS IS NOT A BURIAL, IT’S A RESURRECTION)

Maria Speth, Andrea Kuhn, Christoph Eder und Horst Brinkmann

Live in concert: Shabnam Zamani

© Nuremburg International Human Rights Film Festival (NIHRFF), Fotos: Steffen Kirschner

Mittwoch, 6. Oktober 2021 – Podiumsdiskussion

Andrea Kuhn mit Dieter Müller (medico international)

© Nuremburg International Human Rights Film Festival (NIHRFF), Fotos: Steffen Kirschner

NIHRFF für Gehörlose und Schwerhörige

Gehörlose und schwerhörige Menschen sind beim Filmfestival der Menschenrechte herzlich willkommen.

Hier finden Sie bald Gebärdensprachvideos mit Informationen zum Besuch und zum Filmprogramm 2021.

Allgemeine Informationen

Festivalbesuch und Corona-Regeln

  • In allen Kinos gilt 3G (getestet, genesen oder geimpft). Bitte bringen Sie einen Nachweis mit und zeigen ihn vor.
  • Filmhaus (kinoeins, kommkino), Tafelhalle und Cinecittà muss man immer eine Maske (OP oder FFP2) tragen.
  • Kontaktdaten werden vor Ort erfasst.
  • In der Katharinenruine kann man die Maske am Platz abnehmen. Es ist draußen (Open Air).
  • Die Sitzplatznummern stehen auf der Kinokarte. Dort muss man sich hinsetzen, es gibt keine freie Platzwahl.

Eröffnung am 29.09. um 19 Uhr in der Tafelhalle

Die Eröffnung des Filmfestivals der Menschenrechte findet am 29. September um 19.00 Uhr in der Tafelhalle Nürnberg statt und wird in DGS gedolmetscht.

Im Anschluss an die Eröffnung läuft der Eröffnungsfilm KIESELSTEINE (PEBBLES) mit deutschen barrierefreien Untertiteln angepasst für gehörlose und schwerhörige Menschen.

Freikarten für die Eröffnung kann man an der Kulturinformation, Königstr. 93, Nürnberg, holen oder online kaufen.

Eine Induktionsschleife für Schwerhörige (nicht sitzplatzgebunden) ist vorhanden.

Filmprogoramm

Eine Auswahl an Filmen mit Untertiteln haben wir in einem Flyer mit leichter Sprache zusammengestellt:

Kieselsteine – Eröffnungsfilm (Pebbles, Indien 2021, 74 min)

Banditen-Worte (Words of Bandits, Frankreich 2019, 90 min)

Dies ist mein Verlangen (Eyimofe – This is my Desire, Nigeria 2019, 116 min)

Souad (Ägypten, Tunesien, Deutschland 2021, 96 min)

nihrff@home

Filmprogramm

Dieses Jahr können Sie zum ersten Mal Filme aus dem NIHRFF Programm auch von zu Hause aus streamen über die Plattform kino3 des Filmhaus Nürnberg. Einen Großteil der Filme aus dem Programm können wir online anbieten zum leihen für 48h.

Die Filme sind ab dem 29. September 21:00 Uhr bis zum 6. Oktober 23:59 Uhr verfügbar.

Um das komplette Online-Filmangebot im Rahmen von NIHRFF, dem 12. Nuremberg International Human Rights Film Festival, in kino3 streamen zu können, benötigen Sie einen gültiges NIHRFF 12-Festivalabo. Dieses kostet 50,-€, ist von 29.9.2021 bis 6.10.2021 gültig und verlängert sich nicht automatisch. Sie können aber auch einzelne Filme abrufen.

Filmgespräche & Rahmenprogramm

Alle Filmgespräche werden dieses Jahr live aus unserer Festivallounge über unseren YouTube Kanal gestreamt. Per Chat können Sie sich am Gespräch beteiligen. Danach sind alle Gespräche online auf unserem YouTube-Kanal kostenlos verfügbar, so dass Sie erstmals jederzeit alle Filmgespräche nachsichten können, sollten Sie etwas verpasst haben.

Die Konzerte und Podiumsdiskussion in unserem Rahmenprogramm werden ebenfalls live bei YouTube gestreamt.

Häufig gestellte Fragen

Helpdesk 

Bei Fragen zum Online-Angebot, Ticketkauf bei kino3 und zum Abspielen der Filme sind wir gerne für Sie da:

am 29. September: 10.00 – 15.00 Uhr
von 30. September bis 6. Oktober: 10.00 – 22.00 Uhr

Telefon 0911/231-8371 (ab dem 29.09.)
E-Mail support@filmfestival-der-menschenrechte.de

Ab dem 29. September finden Sie das Filmprogramm unter https://filmhaus.nuernberg.cinemalovers.de/de/navigation/nihrffhome.

Sie können Filme einzeln leihen (7€) oder sich Zugriff auf das gesamte Programm per Online-Dauerkarte (50,-€) sichern. Nach Filmleihe haben Sie 48 Stunden Zeit, den Film zu starten.

Eine Online-Dauerkarte können Sie für 50,00 Euro hier erwerben. Sie ist nur für die Filme auf der Streamingplattform kino3 gültig.

Für das On Demand Programm können Sie zwischen PayPal, Kreditkarte oder Lastschrift wählen.

Die Inhalte der Online-Mediathek sind während der Festivalwoche vom 29.09. (00:00 MESZ) bis 06.10. (23:59 MESZ) zugänglich.

In der Online-Mediathek erhalten Sie Zugriff auf alle uns vorliegenden digitalen Filme, deren Lizenzgeber der Veröffentlichung eingewilligt haben.

Eventuell müssen Sie Ihren Browser aktualisieren.

An Ihrem PC oder Mac können Sie unser Angebot am Besten nutzen. Sie benötigen lediglich einen modernen Browser.

  • Chrome ab Version 75
  • Firefox ab Version 68 (mit dem Plugin „Widevine Content Decryption Module“ ab Version 4.10.1440.18)
  • Edge ab Version 44 (auf Windows 10)
  • Safari ab Version 11.2

Ein Plugin wie Flash oder Silverlight ist nicht notwendig.

Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser regelmäßig auf die jeweils neueste Version zu aktualisieren.

Beim Einsatz älterer Browserversionen können Funktions- oder Designfehler auftreten.

Weitere Informationen und Hilfe finden Sie hier.

Weitere Hilfe und Unterstützung bei Fragen zum Online-Streaming finden Sie auf der Support Seite des kino3

https://filmhaus.nuernberg.cinemalovers.de/de/frequently-asked-questions

Podiumsdiskussion

Globale Impfgerechtigkeit — Wie Patente den Zugang zu Impfstoffen für alle behindern

mit Dieter Müller (medico international) und Lydia Cairncross (C19 People’s Coalition, Südafrika)

Am 11. März 2020 wurde die weltweite Ausbreitung von COVID-19 zur Pandemie erklärt. 18 Monate später ist der Virus noch immer nicht unter Kontrolle. Medizinisch ist klar: Die Covid-19 Pandemie ist erst vorbei, wenn sie für alle vorbei ist – weltweit. Doch statt so vielen Menschen wie möglich so schnell und so kostengünstig wie möglich überall auf der Welt Impfstoffe und medizinische Güter zur Verfügung zu stellen, überlassen europäischen Regierungen die Entscheidung, wer wie viele Impfdosen produziert, der Pharmaindustrie. Über den politischen Umgang mit der Pandemie und über Praxen gelebter Solidarität spricht NIHRFF-Leiterin Andrea Kuhn mit Anne Jung, Referentin für globale Gesundheit bei der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international und der südafrikanischen Ärztin Lydia Cairncross von der C19 People’s Coalition.

In Kooperation mit

Deutsche Geschichte(n): Kurzfilmprogramm

Appropriation Takes You on a Weird Ride
Appropriation Takes You on a Weird Ride

DE 2020, 20 min, Sprache(n): Deutsch, Untertitel: Englisch, Regie: Maroan el Sani, Nina Fischer

Nina Fischer und Maroan El Sanis neuer Film untersucht den merkwürdigen deutschen Enthusiasmus für Native Americans in Bezug auf heutigen Rassismus und dessen tiefreichende koloniale Wurzeln. Diese Faszination, insbesondere mit dem Blick auf die Konstruktion einer deutschen Identität, hat eine eher beängstigende als eindrucksvolle Chronologie: angefangen mit dem germanischen Cherusker-Häuptling Arminius aus dem ersten Jahrhundert, über die ersten deutschen Amerikaauswanderer im 17. Jahrhundert, die Abenteuerromane Karl Mays, die Buffalo Bill Wild West Shows und Völkerschauen in Zoos und Zirkussen des 19. Jahrhunderts, die Gründung von Indianerklubs Anfang des 20. Jahrhunderts, die Vereinnahmung durch die Nazi-Ideologen, das Phänomen der sogenannten Hobbyisten/Indianisten in der DDR als gesellschaftliche Randgruppe bis hin zur beunruhigenden Identifikation der neuen Rechten mit dem Schicksal der indigenen Völker Amerikas.

Hotel Astoria
Hotel Astoria

DE 2020, 28 min, Sprache(n): Deutsch, Untertitel: , Regie: Alina Cyranek, Falk Schuster

Hotel Astoria – einst Symbol absoluten Luxus’ in der DDR, heute einer der sichtbarsten Leerstände am Leipziger Bahnhof. Mit Audiointerviews und zeitgenössischen Fernsehausschnitten teilt der Film zunächst die Begeisterung über das schicke berühmte Hotel, doch zunehmend zeigt sich auch die andere Seite des Hauses: Überwachung, moralische Doppelbödigkeit und Verschwendungssucht. In den Händen von Alina Cyranek uner der sichtbarsten Leerstände am Leipziger Bahnhof. Mit Audiointerviews und zeitgenössischen Fernsehausschnitten teilt der Film zunächst die Begeisterung über das schicke berühmte Hotel, doch zunehmend zeigt sich auch die andere Seite des Hauses: Überwachung, moralische Doppelbödigkeit und Verschwendungssucht. In den Händen von Alina Cyranek und Falk Schuster wird aus dieser Lokalgeschichte ein schlaues, ruhiges und wunderschönes Kaleidoskop der DDR.


Zahlvaterschaft
Zahlvaterschaft

DE 2021, 22 min, Sprache(n): Deutsch, Untertitel: Englisch, Regie: Moritz Siebert

Gerson Liebl, Enkel eines deutschen Kolonialbeamten aus Togo, kämpft seit 30 Jahren für den Erhalt der deutschen Staatsangehörigkeit und ein Aufenthaltsrecht in Deutschland. Als letztes Mittel greift er zum Hungerstreik. Die Bilder seines unbeirrbaren Ausharrens vor dem Roten Rathaus in Berlin werden auf der Tonspur begleitet von Aussagen, Zeugnissen, Paragraphen, Gesetzestexten, politischen Standpunkten und Ausflüchten von damals und heute.

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Die Veranstaltungen des Rahmenprogramms finden in unserer Festivallounge (1.OG, Künstlerhaus) statt und werden live auf unserem YouTube Kanal übertragen.

Rahmenprogramm 2021

Radio Z Live Talks

30.09. – 6.10., 17:00 – 18:00 Uhr Festivallounge

Die Radio Z Talks live aus der Festivallounge mit internationalen Filmschaffenden.
Programmhinweise unter www.radio-z.net und ab
14.00 Uhr auf 95,8 Mhz

In Kooperation mit

Live in Concert: Das Synthikat

01.10., 22:00 Uhr Festivallounge und Livestream – Eintritt frei

das_synthikat sind zwei Cyberpunks, die versuchen, das Beste aus dieser Dystopie zu machen – rebellische DIY- Musik.

In Kooperation mit

Live in Concert: LiÆN

02.10., 22:00 Uhr nur in der Festivallounge – Eintritt frei

LiÆN spielt Lieder, gemischt aus Stimme und schiefen Instrumentalspuren, begleitet von verzerrten Erinnerungen und Gefühlen, sei es von lärmenden Autos, kreischenden Flamingos oder der täglichen Straßenbahnfahrt. Im Frühjahr 2021 ist ihr Debüt album »Featuring Pascals Skateboard« beim Nürnberger Label Verydeep records erschienen.

In Kooperation mit

Live in Concert: Shabnam Zamani

05.10., 21:00 Uhr Festivallounge und Livestream – Eintritt frei

Shabnam Zamani wurde in Teheran, Iran, geboren. Sie studierte klassischen persischen Gesang bei den Meistern Shirin Hashemi und Mohsen Keramati. Seit 2004 lebt sie in Deutschland. Seitdem hat sie ihren Radius erweitert und ist mit internationalen Künstler:innen aufgetreten. Ihre eigene Band heißt »Adore Collektive«. Neben Konzertauftritten unterrichtet sie auch klassischen persischen Gesang (»Radif«).


Globale Impfgerechtigkeit – Wie Patente den Zugang zu Impfstoffen für alle behindern

Podiumsdiskussion

6.10., 19:30, Festivallounge und Livestream – Eintritt frei

mit Dieter Müller (medico international) und Lydia Cairncross (C19 People’s Coalition, Südafrika)