Das Grüne Gold

Dead Donkey Fear No Hyenas

REGIE: Joakim Demmer LAND: Schweden, Deutschland JAHR: 2016 SPRACHE(N): Deutsch, Englisch, Amharisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 82 min FSK: 6 ALTERSEMPFEHLUNG: ab 9. Klasse

SEKTION: Open Eyes 2022

INHALT

DAS GRÜNE GOLD ergründet die Auswirkungen und Mechanismen von Landraub in Äthiopien. Die Regierung verpachtet dort in der Hoffnung auf Exporteinnahmen und Fortschritt Millionen Hektar Land, das „grüne Gold“, an ausländische Investoren, die für den globalen Lebensmittelmarkt Anbaufläche benötigen. Doch das hat nicht nur verheerende Folgen für die Umwelt sondern auch für die Bevölkerung: Millionen von Kleinbauern verlieren durch Zwangsumsiedlungen ihre Existenzgrundlage. Hunger und Armut nehmen zu. Kritische Stimmen unterdrückt die Regierung mit autoritären Methoden. Zu dieser Situation trägt auch Entwicklungshilfe von Institutionen wie der Weltbank bei. In seiner sechsjährigen Recherche spricht Regisseur Joakim Demmer mit Menschen vor Ort, Journalisten, Aktivisten, aber auch Investoren, Regierungsbeamte und Vertreter der Weltbank.

„Ein ungeheuerlicher Real-Thriller, der von den scheinbar entlegenen Ecken Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen direkt auf unseren Esstisch führt.“ Neue Visionen Film Verleih

#Agrobusiness #Globalisierung #Entwicklungshilfe

BEGLEITMATERIAL: https://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/das-gruene-gold-nik/

PRODUZENT:IN: Fredrik Gertten, Margarete Jangård KAMERA: Ute Freund, Zeb Davidson, Mark Barrs SCHNITT: Frank Brummundt, Stefan Sundlöf MUSIK: Matthias Trippner

PRODUKTION: WG Film VERLEIH: Neue Visionen (info@neuevisionen.de)

The Earth Is Blue as an Orange

REGIE: Iryna Tsilyk LAND: Ukraine, Litauen JAHR: 2020 SPRACHE(N): Ukrainisch, Russisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 74 min FSK: k.A. ALTERSEMPFEHLUNG: ab 9. Klasse

SEKTION: Weekender 2022, Open Eyes 2022

INHALT

„Krieg ist, wenn Leute schießen. Und andere Leute schießen auf die Leute, die zuerst geschossen haben. Wenn sie zu schießen beginnen, weckt Mama uns auf, und wir gehen in den Flur. Und wenn sie aufhören, gehen wir zurück ins Bett.“
Im Osten der Ukraine begann der russische Angriffskrieg Krieg nicht erst im Februar 2022, hier tobt er bereits seit 2014. „In den Straßen fallen Schüsse, explodieren Granaten. Im Haus versuchen vier Geschwister gemeinsam mit ihrer Mutter, den Katzen und der Schildkröte, Frieden zu finden und einen normalen Alltag zu organisieren. Er hat mich schnell reizbar und böse werden lassen, meint Nastja. Ihre Schwester Myroslava, die Kamera studieren möchte, sagt: Krieg ist wie eine Leere. Um gegen das schwarze Loch anzukämpfen, dreht sie einen Film. Einen Film über das Leben ihrer Familie im Krieg, über die Ängste und kleinen Freuden. Regisseurin Iryna Tsilyk beobachtet den Alltag im Krieg und die Arbeit der Familie an dem Film. Ein Dokument der Resilienz und der Macht des Kinos.“ Berlinale, Generation 14plus

#Ukraine #Leben im Kriegsgebiet #Film im Film

BEGLEITMATERIAL: https://www.bpb.de/lernen/filmbildung/ukraine-im-film/509290/the-earth-is-blue-as-an-orange/

FILMOGRAPHIE Blue Hour (2008), Commemoration (2012), Home (2016), Kid (2017), Tayra (2017), The Earth Is Blue as an Orange (2020)

PRODUZENT:IN: Anna Kapustina, Giedrė Žickytė KAMERA: Viacheslav Tsvietkov SCHNITT: Ivan Bannikov, Iryna Tsilyk

WELTVERTRIEB: Cat&DOCS (info@catndocs.com)

Shadow Game

REGIE: Eefje Blankevoort, Els van Driel LAND: Niederlande JAHR: 2021 SPRACHE(N): Arabisch, Kurdisch, Paschtunisch, Perseisch, Englisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 90 min FSK: k.A. ALTERSEMPFEHLUNG: ab 9. Klasse

SEKTION: Weekender 2022, Open Eyes 2022

INHALT
SHADOW GAME zeigt die Flucht aus der Perspektive von Teenagern im Alter von 14–17 Jahren, die versuchen über die Balkanroute nach Europa zu gelangen. Sie nennen ihre Flucht „The Game“ — ein lebensgefährliches Spiel, das man jederzeit verlieren kann. Die Jugendlichen versuchen mit allen Mitteln unbemerkt über die nächste Grenze zu kommen: zu Fuß, durch Mienenfelder, durch Flüsse, über Berge, als Blindepassagiere auf Kohlezügen oder LKWs. Jede Grenzüberquerung ein neues Level, das oft mehrere Anläufe braucht. Wenn die Grenzpolizei sie doch aufgreift, drohen Misshandlungen und illegale „Push-Backs“. Aufgeben keine Option. Ihr Handy ist dabei das wichtigste Hilfsmittel. Sie halten Kontakt mit Freunden und Familie und dokumentieren ihre Flucht auf Instagram und TikTok. Die Aufnahmen der Teenager lassen hautnah miterleben, was Tag für Tag an den Grenzen Europas geschieht.

„Ein unglaublich spannendes, dazu ästhetisch herausragendes Filmkunstwerk, das den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnet. Und ein aufrüttelndes Zeitdokument.“ Ysabel Fantou, DOK.fest München

#Flucht #Festung Europa #Social Media

WEBSEITE: https://shadowgame.eu

KAMERA: Ton Peters SCHNITT: Patrick Schonewille MUSIK: Rui Reis Maia

KONTAKTE PRODUKTION: Witfilm (info@witfilm.nl) WELTVERTRIEB: Olivier Semonnay, Java Films (olivier@javafilms.tv)

Rabiye Kurnaz vs. George W. Bush

REGIE: Andreas Dresen LAND: Deutschland, Frankreich JAHR: 2022 SPRACHE(N): Deutsch, Türkisch, Englisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 118 min MIT: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, u.a. FSK: 6 ALTERSEMPFEHLUNG ab 9. Klasse

SEKTION: Open Eyes 2022

INHALT

Der 19-Jährige Bremer Murat Kurnaz wird kurz nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 unter Terrorverdacht verhaftet und ohne Anklage 5 Jahre lang unschuldig und rechtswidrig im US-Gefangenenlager Guantánamo festgehalten. Der Film basiert auf dieser wahren Begebenheit und erzählt aus der Perspektive von Murats Mutter Rabiye den unermüdlichen und langwierigen Kampf um Murats Freilassung. Als sie ihren Sohn in den Nachrichten sieht, ahnt sie noch nicht in welchen komplexen juristischen und diplomatischen Verstrickungen Murat feststeckt. Vor allem der militärische Sonderstatus von Guantánamo und die Unwilligkeit der deutschen Politik und Behörden, lassen Rabiyes Kampf schier aussichtslos erscheinen. Mit dem Anwalt Bernhard Docke findet sie einen Unterstützer, der mit ihr gemeinsam „zentimeterweise“ Rechtsstaatlichkeit erkämpft und den Fall sogar bis vor den Supreme Court der USA bringt.

„RABIYE KURNAZ VS. GEORGE W. BUSH ist eine optimistische Geschichte über Gerechtigkeit, Freundschaft und enormes Durchhaltevermögen. Zugleich wirft der Film ein Schlaglicht auf einen Politskandal, für den sich bis heute kein Verantwortlicher entschuldigt hat.“ SWR 2 Kultur aktuell

#Krieg gegen den Terror #Deutsches Versagen #Guantánamo

WEBSEITE: https://rabiye.film/

BEGLEITMATERIAL: https://www.kinofenster.de/filme/filmarchiv/kf2204-rkggwb-rabiye-kurnaz-gegen-george-w-bush-film/

PRODUZENT:IN: Claudia Steffen, Christoph Friedel DREHBUCH: Laila Stieler KAMERA: Andreas Höfer SCHNITT: Jörg Hauschild MUSIK: Johannes Repka, Cenk Erdogan

PRODUKTION: Pandora Filmproduktoin VERLEIH: Pandora Filmverleih (verleih@pandorafilm.com)

Spuren – Die Opfer des NSU

REGIE: Aysun Bademsoy LAND: Deutschland JAHR: 2019 SPRACHE(N): Deutsch, Türkisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 81 min FSK: 12 ALTERSEMPFEHLUNG ab 9. Klasse

SEKTION: Open Eyes 2022

INHALT

Zwischen 2000 und 2007 wurden 10 Menschen vom selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet. Nach dem Ende des NSU-Prozesses, viel zu milden Strafen und noch zahlreichen offenen Fragen, bleiben die Angehörigen der Opfer entäuscht zurück. Neben den Morden und dem Urteil haben auch die rassistischen Ermittlungen und Berichterstattungen Spuren hinterlassen. Wie gehen die Angehörigen mit diesen Erfahrungen, mit dem Verlust, der Trauer und den Verletzungen um? Der Film rückt die Perspektive der Hinterbliebenen in den Vordergrund und begleitet u.a. auch die Familie und einen Mitarbeiter von Enver Şimşek, der in Nürnberg an seinem Blumenstand am 9. September 2000 erschossen wurde.

„SPUREN – DIE OPFER DES NSU ist eine Arbeit am Nicht-Vergessen, intimes Porträt und Anhäufung von Material. Dabei bezieht die Filmemacherin selbst Position, benennt im Film die Motivation für das Projekt: nämlich das Gefühl, dass es stets auch die eigene Familie hätte treffen können, immer noch treffen kann.“ – Anne Küper, critic.de

#Rechter Terror #Rassismus #Solidarität

WEBSEITE: https://www.salzgeber.de/spuren

BEGLEITMATERIAL: https://www.kinofenster.de/filme/filmarchiv/spuren-die-opfer-der-nsu-film/

KAMERA: Ute Freund, Isabelle Casez SCHNITT: Maja Tennstedt

PRODUKTION: Ma.ja.de. Filmproduktion VERLEIH: Salzgeber (info@salzgeber.de)

Kinder von Hoy: Freiheit, Glück und Terror

Lesung mit Grit Lemke

SEKTION: Weekender 2022

2013 war Grit Lemke Mitglied unserer Internationalen Festivaljury. Jetzt liest sie aus ihrem ersten Buch – und was für eins! In den sechziger und siebziger Jahren waren sie mit ihren Eltern nach Hoyerswerda gekommen, eine DDR-Musterstadt: aus dem Heideboden gestampft, aus Bauelementen zusammenmontiert. Morgens rollen die Eltern in Schichtbussen davon, die Kinder wachsen in einem großen Kollektiv auf. Die Erzählerin wird Teil der Kultur- und Kunstszene um Gerhard Gundermann, den Springsteen des Ostens. Eine Art proletarische Bohème entwickelt sich: nachts im Kellerclub, morgens im Schichtbus. Doch der Wiedervereinigung folgen Massenentlassungen, und ein latent vorhandener Rassismus gegen in der Stadt lebende Vertragsarbeiter sowie eine schnell erstarkende Rechte führen zu Ausschreitungen. Die Kulturszene bleibt tatenlos, doch auch für sie wird danach nichts mehr sein, wie es war … Suhrkamp

Eines der besten Bücher, die über den Osten geschrieben wurden.“
Matthias Schmidt, MDR Kultur

WEBSEITE: https://www.gritlemke.de/

BIOGRAPHIE

Geboren 1965 in Spremberg/Niederlausitz, aufgewachsen in Hoyerswerda.
Nach einer Baufacharbeiterlehre und Arbeit im Theater- und Kulturbereich 1987-93 Studium der Kulturwissenschaft, Ethnologie und Literatur in Leipzig, 1999 Promotion in Europäischer Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Seit 1991 Arbeit für Filmfestivals in wechselnden Funktionen, langjährig für DOK Leipzig, bis 2017 dort Leiterin des Filmprogramms. Beim FilmFestival Cottbus Leitung der deutsch-sorbischen Sektion „Heimat | Domownja | Domizna“. Kuratierte zahlreiche Filmreihen, u.a. bei DOK Leipzig, der Akademie der Künste Berlin, goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films Wiesbaden und für Goethe Institute weltweit. Hatte Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen und Instituten inne, Mentorin und Tutorin in Trainingsprogrammen. Mitarbeit als Autorin und Dramaturgin an Dokumentarfilmen und –serien. Publikationen zum Dokumentarfilm.

2019 Regie des abendfüllenden Dokumentarfilms „Gundermann Revier“ (Grimme Preis Nominierung, zahlreiche Festivalteilnahmen, Kino-Auswertung) und Autorin des Buchs „Unter hohen Himmeln. Das Universum Volker Koepp“ (Bertz + Fischer Verlag). Ko-Autorin des Kinderdokumentarfilms „Lene und die Geister des Waldes“ (Regie: Dieter Schumann, 2020).
2021 Veröffentlichung des dokumentarischen Romans „Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror“ (Suhrkamp Verlag).
Zwei Söhne, lebt in Berlin und zweitweilig Hoyerswerda.

Merci Maman!

REGIE: Sophie Glanddier LAND: Frankreich JAHR: 2019 SPRACHE(N): Französisch, Englisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 87 min

SEKTION: Weekender 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT

Sophie Glanddier ist Filmemacherin. Ihre überaus fitte Mutter ist 81 Jahre alt und macht sich gemeinsam mit der Tochter auf die Suche nach ihrer Geburtsfamilie. Sie wurde nämlich 1937 direkt nach der Geburt zur Adoption freigegeben. Erste Spuren führen nach Polen, aber das ist nur der Anfang: die Recherchen nehmen schnell globale Ausmaße an und enthüllen eine Familiengeschichte, die bei Pogromen in Russland beginnt und über die Wirren des 2. Weltkriegs bis nach England führt.

Trotz des komplexen Themas ist dieses dokumentarische Road Movie ein unglaublich fröhlicher und leichter Film mit einem der sympatischsten und extravagantesten Mutter-Tochter-Duos der jüngeren Filmgeschichte.

BIOGRAPHIE

Sophie Glanddier ist Autorin und Regisseurin. Nach einer Ausbildung in der Finanzbranche beschloss sie, sich der Kunstwelt zuzuwenden. Sie wurde Stylistin im Studio Berçot (Paris), dann Musikerin am Gabriel-Fauré-Konservatorium (Angoulême) und begann schließlich ihre Karriere als Filmemacherin. Sie absolvierte den Master Schreiben und Regie von kreativen Dokumentarfilmen, CREADOC (Angoulême).

FILMOGRAPHIE

Mohamed’s Sofa (2014) Jess, Headwind (2018) Merci, Maman (2019)

PRODUZENT:IN: Antonio Magliano KAMERA: Sophie Glanddier SCHNITT: Sophie Glanddier MUSIK: Sophie Glanddier

KONTAKTE PRODUKTION: Prima Luce (info@primaluce.fr) WELTVERTRIEB: Prima Luce (info@primaluce.fr)

Rift Finfinnee

REGIE: Daniel Kötter LAND: Äthiopien, Deutschland JAHR: 2020 SPRACHE(N): Amharisch, Oromiffa UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 79 min

SEKTION: Weekender 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT

Der Film von Daniel Kötter schickt den/die Betrachter*in in streng komponierten Bildern und einer die Originaltöne komplex verwebenden Tonspur auf eine Reise durch die Peripherie der äthiopischen Hauptstadt Addis Ababa. Ausgehend von Geographie, Architektur und Alltagsleben entsteht eine auch allegorische Erzählung über das Stadtwerden einer Gesellschaft am Rande des Bürgerkriegs.

Rift Finfinnee dokumentiert die rural-urbane Transformation von Raum und ihre Konsequenzen für das Zusammenleben am Beispiel von vier Siedlungen im Osten der äthiopischen Hauptstadt: Das Dorf Dingaja, die Sozialbausiedlung Bole Arabsa, die Mittelstandswohnblocks Ayat Condominiums und die gated community CCD Homes. Vier unterschiedliche Kulissen für den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel Äthiopiens, alle vier in Sichtweite voneinander, jedoch getrennt durch einen tiefen Graben, der Stadt von Nicht-Stadt, Gegenwart von projektierter Zukunft, Oromo von Amhara trennt: die Schlucht des Akaki Flusses.

Eine einzige Fußgänger-Brücke überspannt jenen „Rift“, Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, der nicht nur die geographische und administrative Grenze von Stadt und Land darstellt, sondern an dem sich auch der symbolische Riss zwischen urbanem und ruralem Leben manifestiert, der sich in blutigen Konflikten zwischen den urban geprägten Amhara, den politisch dominanten Tigray und den Oromo-Farmern entlädt.

BIOGRAPHIE

Daniel Kötter ist ein international tätiger Filmemacher und Musiktheater-Regisseur. Seine Arbeiten changieren zwischen verschiedenen medialen und institutionellen Kontexten und verbinden Techniken des Experimentalfilms mit performativen und dokumentarischen Elementen. Sie wurden weltweit auf zahlreichen Film- und Videokunstfestivals, in Galerien, Theatern und Konzerthäusern gezeigt. Zu seinen Hauptwerken zählen die die Musiktheater-Trilogien Falsche Arbeit, Falsche Freizeit, Freizeitspektakel(2008-10), KREDIT RECHT LIEBE(2013-16) und STADT LAND FLUSS (2017-19, alle mit Hannes Seidl), die Mehrkanal-Trilogie Arbeit und Freizeit(2009-2011) sowie die Film-, Performance- und Diskursreihe state-theatreüber die Bedingungen des Performativen in den Städten Lagos, Teheran, Berlin, Detroit, Beirut, Mönchengladbach (2009-2014 mit Constanze Fischbeck). Seine umfangreiche Film- und Textarbeit KATALOG (2013) entstand in 13 Ländern rund um das Mittelmeer mit einem besonderen Interesse an Praktiken des Raums. Visuelle Recherchen führen ihn immer wieder auf den afrikanischen Kontinent sowie in den Mittleren Osten. 2014-18arbeitete er u.a. mit dem Kurator Jochen Becker (metroZones) an dem Recherche-, Ausstellungs- und Filmprojekt CHINAFRIKA. Under Construction. 2017-20 erarbeitete er die Dokumentar-Film Trilogie Hashti Tehran(2017, 60’), Desert View(2018, 84‘) und Rift Finfinnee (2020, 80‘) über urbane Peripherien in Teheran, Kairo und Addis Abeba. Hashti Tehrangewann den Sonderpreis des Deutschen Kurzfilmpreises. Zur Zeit arbeitet Daniel Kötter unter dem Titel landscapes and bodies an einer Reihe von Raumperformances und 360° Filmen zu den landschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Extraktivismus in Deutschland, West Papua, DR Kongo und Estland.

FILMOGRAPHIE KREDIT RECHT LIEBE (2013-2016) Katalog (2014) Hashti Tehran (2016) STADT LAND FLUSS (2017 – 2019) Chinafrika.mobile (2018) Desert View (2018) Yu Gong (2019) Rift Finfinnee (2021)

PRODUZENT:IN: Meike Martens KAMERA: Daniel Kötter SCHNITT: Daniel Kötter MUSIK: Getatchew Merkuria

KONTAKTE PRODUKTION: Blinker Film (mm@blinkerfilm.de) WELTVERTRIEB: Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. (distribution@arsenal-berlin.de)

   

Shadow Game

REGIE: Eefje Blankevoort, Els van Driel LAND: Niederlande JAHR: 2021 SPRACHE(N): Arabisch, Kurdisch, Paschtunisch, Perseisch, Englisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 90 min

SEKTION: Weekender 2022, Open Eyes 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT
SHADOW GAME zeigt die Flucht aus der Perspektive von Teenagern im Alter von 14–17 Jahren, die versuchen über die Balkanroute nach Europa zu gelangen. Sie nennen ihre Flucht „The Game“ — ein lebensgefährliches Spiel, das man jederzeit verlieren kann. Die Jugendlichen versuchen mit allen Mitteln unbemerkt über die nächste Grenze zu kommen: zu Fuß, durch Mienenfelder, durch Flüsse, über Berge, als Blindepassagiere auf Kohlezügen oder LKWs. Jede Grenzüberquerung ein neues Level, das oft mehrere Anläufe braucht. Wenn die Grenzpolizei sie doch aufgreift, drohen Misshandlungen und illegale „Push-Backs“. Aufgeben keine Option. Ihr Handy ist dabei das wichtigste Hilfsmittel. Sie halten Kontakt mit Freunden und Familie und dokumentieren ihre Flucht auf Instagram und TikTok. Die Aufnahmen der Teenager lassen hautnah miterleben, was Tag für Tag an den Grenzen Europas geschieht.
„Ein unglaublich spannendes, dazu ästhetisch herausragendes Filmkunstwerk, das den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnet. Und ein aufrüttelndes Zeitdokument.“ Ysabel Fantou, DOK.fest München

WEBSEITE: https://shadowgame.eu

KAMERA: Ton Peters SCHNITT: Patrick Schonewille MUSIK: Rui Reis Maia

KONTAKTE PRODUKTION: Witfilm (info@witfilm.nl) WELTVERTRIEB: Olivier Semonnay, Java Films (olivier@javafilms.tv)

Republic of Silence

REGIE: Diana El Jeiroudi LAND: Deutschland, Frankreich, Syrien, Katar, Italien JAHR: 2021 SPRACHE(N): Arabisch, Deutsch, Englisch, Kurdisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 183 min

SEKTION: Weekender 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT
Zensierte Bilder, verordnetes Schweigen, Gedanken im Geheimen. Das Leben der syrischen Filmemacherin Diana El Jeiroudi war von Diktatur, Kriegen und Angst geprägt. In ihrem Film reflektiert sie eine politische Tragödie epischen Ausmaßes und stellt dieser ein Mosaik zutiefst persönlicher Momente gegenüber. Die dargestellte Zeit reicht von ihren ersten Erinnerungen im Alter von sieben Jahren, als sie von ihrem Vater die erste Kamera geschenkt bekommt, bis zur Gegenwart, in der sie mit ihrem Partner in Berlin lebt. Trost bieten ihr das Kino, die Musik, die Gewissheit von Träumen und die Solidarität einer tiefen Liebesbeziehung.
REPUBLIC OF SILENCE ist nicht nur ein berührendes filmisches Memoir, sondern auch eine vielschichtige Reflektion der politischen und sozialen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Syrien. Diana El Jeiroudis poetischer Filmessay hatte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig.

BIOGRAPHIE

Die Filme der Regisseurin und Drehbuchautorin Diana El Jeiroudi reflektieren sozipolitische Spannungen und Widersprüche. Bekannt ist sie vor allem für die mittellangen Dokumentarfilme „Dolls – A Woman from Damascus“ (2007) und „Morning Fears, Night Chants“ (2012). Zudem produzierte sie „Silvered Water – Syria Self-Portrait“ (Regie: O. Mohamad & W. S. Bedirxan), der 2014 in Cannes gezeigt wurde, sowie „The Mulberry House“ (Regie: Sara Ishaq; 2013). Für ihre Verdienste innerhalb der Dokumentarfilm-Community – insbesondere für den Aufbau des ersten syrischen Dokumentarfilmfestival DOX BOX sowie einer zughörigen, in Berlin ansässigen Organisation zur Unterstützung von Dokumentarfilmemacher*innen – wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem EDN Award, den Katrin Cartlidge Award und dem Heart of Sarajevo. Diana El Jeiroudi ist Mitglied der American Academy of Motion Pictures, der Deutschen Filmakademie und der Asia-Pacific Screen Academy. Sie war bereits Mitglied in diversen Kommitees und Jurys, u.a. für den Golden Eye Documentary Award in Cannes, dem Sundance Documentary Program und dem International Documentary Filmfestival Amsterdam.

FILMOGRAPHIE Good Morning Damascus (2004), The Pot (2005), Dolls: A Woman from Damascus (2007), Morning Fears, Night Chants (2012), Republic of Silence (2021)

PRODUZENT:IN: Orwa Nyrabia, Diana El Jeiroudi, Camille Laemle KAMERA: Sebastian Baeumler, Diana El Jeiroudi, Orwa Nyrabia, Guevara Namer SCHNITT: Katja Dringenberg, Diana El Jeiroudi

WELTVERTRIEB: No Nation Films (info@no-nation.de) DEUTSCHER VERLEIH: Salzgeber (info@salzgeber.de)

The Earth Is Blue as an Orange

REGIE: Iryna Tsilyk LAND: Ukraine, Litauen JAHR: 2020 SPRACHE(N): Ukrainisch, Russisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 74 min

SEKTION: Weekender 2022, Open Eyes 2022

VORSTELLUNGEN

INHALT
„Krieg ist, wenn Leute schießen. Und andere Leute schießen auf die Leute, die zuerst geschossen haben. Wenn sie zu schießen beginnen, weckt Mama uns auf, und wir gehen in den Flur. Und wenn sie aufhören, gehen wir zurück ins Bett.“
Im Osten der Ukraine begann der russische Angriffskrieg Krieg nicht erst im Februar 2022, hier tobt er bereits seit 2014. „In den Straßen fallen Schüsse, explodieren Granaten. Im Haus versuchen vier Geschwister gemeinsam mit ihrer Mutter, den Katzen und der Schildkröte, Frieden zu finden und einen normalen Alltag zu organisieren. Er hat mich schnell reizbar und böse werden lassen, meint Nastja. Ihre Schwester Myroslava, die Kamera studieren möchte, sagt: Krieg ist wie eine Leere. Um gegen das schwarze Loch anzukämpfen, dreht sie einen Film. Einen Film über das Leben ihrer Familie im Krieg, über die Ängste und kleinen Freuden. Regisseurin Iryna Tsilyk beobachtet den Alltag im Krieg und die Arbeit der Familie an dem Film. Ein Dokument der Resilienz und der Macht des Kinos.“ Berlinale, Generation 14plus

FILMOGRAPHIE Blue Hour (2008), Commemoration (2012), Home (2016), Kid (2017), Tayra (2017), The Earth Is Blue as an Orange (2020)

PRODUZENT:IN: Anna Kapustina, Giedrė Žickytė KAMERA: Viacheslav Tsvietkov SCHNITT: Ivan Bannikov, Iryna Tsilyk

WELTVERTRIEB: Cat&DOCS (info@catndocs.com)

Wem gehört mein Dorf?

REGIE: Christoph Eder LAND: Deutschland JAHR: 2021 SPRACHE(N): Deutsch UNTERTITEL: LÄNGE: 96 min FSK: 0 ALTERSEMPFEHLUNG: ab 8. Klasse

SEKTION: Open Eyes 2021, Open Eyes 2022

GEWINNER OPEN EYES JUGENDJURY-PREIS 2022

INHALT
Regisseur Christoph Eder reist für seinen Film zurück in sein Heimatdorf Göhren auf Rügen und begibt sich direkt zwischen die Fronten der Kommunalpolitik. Die Einwohner:innen streiten über die Zukunft ihres Ortes. Ein Großinvestor plant ein Bauprojekt im Naturschutzgebiet. Unterstützt wird er von vier Männern im Gemeinderat, die schon seit Jahren das politische Geschehen bestimmen und Tourismus und Wachstum als Chance sehen. Doch nicht alle Einwohner:innen sind dieser Meinung und so gründet sich eine Bürgerinitiative. Das Ziel: in den Gemeinderat gewählt zu werden und so die Landschaft vor weiterer Bebauung zu bewahren. Im Kontext von Tourismus und Strukturwandel veranschaulicht der Film demokratische Prozesse und die Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung.
„WEM GEHÖRT MEIN DORF? ist viel mehr als ein persönlicher Film über einen regionalen Konflikt. Es ist ein Film über die Kraft der politischen Basis und die Macht von gelebter Demokratie. Ohne die eine Gesellschaft nicht funktionieren kann.“ Deutsche Film- und Medienbewertung FBW

#Demokratie #Engagement #Kommunalpolitik

FILMGESPRÄCH: https://www.youtube.com/watch?v=msgn4dEJktA

BEGLEITMATERIAL: https://www.kinofenster.de/filme/filmarchiv/wem-gehoert-mein-dorf-film/

WEBSITE: https://jip-film.de/wem-gehoert-mein-dorf/

BIOGRAPHIE
Christoph Eder arbeitet als Regisseur und Autor. In seinen Filmen setzt er sich vor allem mit gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit auseinander. Neben seiner Arbeit an Dokumentarfilmen ist er bei Online- und Fernseh-Produktionen tätig. Unter anderem führt er für das mit dem Grimme Preis 2019 ausgezeichnete Satire-Format “Browser Ballett” (ARD/ZDF) Regie. Eders Kurzfilme liefen auf nationalen und internationalen Festivals und wurden mehrfach ausgezeichnet. Er studierte Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar und Regie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Zusammen mit vier Filmemachern gründete er 2013 das KAMMER11 Filmkollektiv.

FILMOGRAPHIE
Mr. Wood (2015), Imbiss (2016), Streaming through Life (2017), Die Isolation der Oma Lilo (2020), Wem gehört mein Dorf? (2021)

DREHBUCH: Christoph Eder PRODUZENT:IN: Marcel Lenz, Guido Schwab, Claritta Kratochwil KAMERA: Domenik Schuster SCHNITT: Patrick Richter MUSIK: Anna Kühlein

KONTAKTE PRODUKTION: Ostlicht Filmproduktion (info@ostlicht.de) DEUTSCHER VERLEIH: JIP Film & Verleih Gbr (info@jip-film.com)