
Manuscripts Don’t Burn
Dast-Neveshtehaa Nemisoosand
REGIE: Mohammad Rasoulof LAND: Iran JAHR: 2013 SPRACHE(N): Persisch UNTERTITEL: Deutsch LÄNGE: 134 min
SEKTION: Vorpsiel/Prelude 2015
INHALT
Eigentlich dürfte es ihn gar nicht geben, diesen Film des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof, der ebenso wie Jafar Panahi seit 2010 zu Hausarrest und Berufsverbot verurteilt ist. Trotzdem gelang ihm ein bedrückendes Meisterwerk, eine kafkaeske Parabel auf die Zustände in seinem Heimatland, das zu Recht in Cannes 2013 mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet wurde. Der Dichter und sein Henker. Eine Handvoll iranischer Autoren gibt es noch, Zeugen eines furchtbaren Attentats des Geheimdienstes auf Oppositionelle vor zehn Jahren und einer von ihnen hat ein Manuskript, in dem er die Ereignisse festgehalten hat …
Es ist ein düsteres, brutales Bild, das Rasoulof vom Iran zeichnet. Eine zerfallende Gesellschaft, in der sich Opfer und Täter kennen wie der Hase die Schlange und die nur durch Gewalt zusammengehalten wird.
2013 sollte Mohammad Rasoulof seinen Film bereits persönlich im Rahmen des Filmfestivals der Menschenrechte vorstellen und zudem den Ehrenpreis des Festivals entgegen nehmen. Damals wurde er kurz vor Festivalbeginn von den iranischen Behörden in seinem Heimatland festgesetzt und an der Ausreise nach Deutschland gehindert. Umso mehr freuen wir uns, dass er nun endlich Nürnberg besuchen kann und mit uns über seinen Film spricht.
MOHAMMAD RASOULOF
Mohammad Rasoulof stammt aus dem Iran und arbeitet als unabhängiger Regisseur. Seinen ersten abendfüllenden Spielfilm, The Twilight, veröffentlichte er 2002. Im Jahr 2005 folgte sein bislang
bekanntester Film Iron Island für den er unter anderem den Preis der Filmkritik auf dem Filmfest Hamburg bekam. Im März 2010 wurde Rasoulof gemeinsam mit Jafar Panahi von iranischen Behörden festgenommen und zu einer Gefängnisstrafe wegen Drehens ohne Drehgenehmigung und Verschwörung gegen die Islamische Republik Iran verurteilt. Das Berufungsverfahren gegen dieses Urteil steht noch aus. Bei den Filmfestspielen von Cannes gewann er 2011 mit Goodbye den Regiepreis der Un Certain Regard-
Sektion. Manuscripts Don’t Burn erhielt 2013 den FIPRESCI Preis in Cannes. Mohammad Rasoulof war Schirmherr des NIHRFF 2013, wurde damals jedoch von den iranischen Behörden an seiner Ausreise nach Deutschland gehindert und konnte nicht am Festival teilnehmen.
FILMOGRAFIE
The Twilight (2002), Iron Island (2005), Im Reich der Schlüssel (2008), The White Meadows (2009), Goodbye (2011), Manuscripts Don’t Burn (2013)
DREHBUCH: Mohammad Rasoulof PRODUZENT_IN: Mohammad Rasoulof KAMERA: Anonym SCHNITT: Anonym MUSIK: Anonym
WELTVERTRIEB: Elle Dirver

