LAND: Belgien, Frankreich, Katar
JAHR: 2025 LÄNGE: 71 min
REGIE: Jean-François Ravagnan
SPRACHE(N): Fulani
UNTERTITEL: Englisch
PRODUZENT*IN: Julie Frères
SCHNITT: Marc Recchia
KAMERA: Thomas Schira
MUSIK: Jean Kapsa
Vorstellungen
Inhalt
Am Anfang steht die schreckliche Kälte unserer Social-Media-Gegenwart: Pateh Sabally, ein junger schwarzer Mann, ertrinkt im Canal Grande Venedigs, während einige Schaulustige ihn vor laufenden Handy-Kameras verhöhnen und beschimpfen.
Jean-François Ravagnan setzt diesen Bildern der Unmenschlichkeit einen ganz anderen, einen empathischen, zugewandten Blick entgegen. Er begibt sich nach Gambia, in den Heimatort des Toten, und zeichnet mit seiner Kamera das viel zu früh zu Ende gegangene Leben Patehs nach. Dezidiert unaufgeregt und entschleunigt verläuft diese Spurensuche. Naturaufnahmen und Gespräche mit der Mutter sowie einigen Weggefährt* innen Patehs fügen sich zu einem leisen, würdigen Trauergedicht, das die hässlichen Bilder des Filmanfangs überschreibt. „Ich würde lieber Zeit mit Pateh verbringen, anstatt in einem Film über ihn aufzutreten“ sagt ein Freund des Toten.
Regie

Jean-François Ravagnan
Biografie
Jean-François Ravagnan ist ein belgischer Regisseur. Geboren 1983 in Lüttich, studierte er am Institut des Arts de Diffusion in Louvain-la-Neuve. Seit 2007 arbeitete er als Regieassistent u. a. für die Dardenne-Brüder an LORNA’S SILENCE und THE KID WITH A BIKE. 2015 realisierte er seinen Kurzfilm RENAÎTRE, der im Internationalen Wettbewerb des Locarno Filmfestivals lief. THE LAST SHORE ist sein erster langer Dokumentarfilm und feierte Premiere bei Visions du Réel. Neben seiner Arbeit an Filmen verfolgt er ein persönliches fotografisches Schaffen, das er als „Bildertagebuch“ beschreibt – eine intuitive Sammlung von Momenten, Orten und Begegnungen, die wie ein „Museum des Gedächtnisses“ sein filmisches und theatralisches Erzählen prägen.
Filmografie
Renaître (2015), The Last Shore (2025)






