Iron Ministry, The

Iron Ministry, The

REGIE: J.P. Sniadecki   LAND: China   JAHR: 2014   SPRACHE(N): Mandarin Chinese   UNTERTITEL: Englisch   LÄNGE: 82 min  

VORSTELLUNGEN
Samstag, 03.10., 15.30 Uhr, Kommkino
Montag, 05.10., 18.00 Uhr, Filmhauskino, im Anschluss Gespräch mit J. P. Sniadecki

SEKTION: Competition

Ein Zug, ein Land. Geräusche, Bilder, sogar Gerüche, der Mann, der seine soeben geschlachtete Kuh an die Menschen im Wagen verteilt, der Smog vor den Fenstern, schlafende Menschen überall. Drei Jahre lang war J.P. Sniadecki im Zug quer durch China unterwegs und hat die Menschen in dem fahrenden Mikrokosmos beobachtet. Dabei ist ein lakonisches, aber durchaus auch humorvolles Panoptikum eines Landes zwischen Tradition und Moderne entstanden, dessen Detailreichtum und Sorgfalt an Bilder von Bruegel erinnern.

Schon lange beschäftigt sich der Ethnologe und Filmemacher J.P. Sniadecki mit dem Wandel in China. Immer an der Grenze zwischen Dokumentation und Experimentalfilm hat er in Filmen wie YUMEN (2013, NIHRFF 7) und PEOPLE‘S PARK (2012) die Folgen des rasanten Wachstums kritisch hinterfragt. THE IRON MINISTRY ist das Ergebnis unzähliger Zugfahrten quer durch das Land und zeigt auf einer langen Reise die Verwerfungen und Verwüstungen, die in der Folge der allgegenwärtigen Modernisierung entstanden sind, aber auch das Leben der Menschen, die sich in diesem sprichwörtlichen Zug des Fortschritts ihren Platz suchen.

Fast ohne Gespräche oder Interviews wird so ein Land sichtbar, das an seinem eigenen Fortschritt zu ersticken droht.

J.P. SNIADECKI
J.P. Sniadecki wurde 1979 in Michigan geboren und studierte Anthropologie an der Harvard University mit Spezialgebiet China. Seine Filme, die auf Festivals und in Museen auf der ganzen Welt laufen, stehen in enger Beziehung zu den Produktionen des Sensory Ethnography Lab in Harvard. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet,. So gewann er mit DEMOLITION den Joris Ivens Award beim Cinema du Réel Filmfestival sowie den Jurypreis beim FICUNAM Filmfestival für YUMEN (NIHRFF 8). Mit People’s Park, einem Film, den er mit Co-Regisseurin Libbie Cohn in nur einer Einstellung drehte, gewann er den Preis als Bester Anthropologischer Film beim renommierten Festival dei Popoli und den Preis für die Beste Kamera beim Ann Arbor Film Festival. Zurzeit unterrichtet Sniadecki Dokumentarfilm an der Northwestern University in Chicago.

FILMOGRAFIE
Working Classics (2002), Childrens’s Healing Initiative (2007), Songhua (2007), Demolition (2008), Foreign Parts (2010), The Yellow Bank (2010), People’s Park (2012), Yumen (2013), The Iron Ministry (2014)

DREHBUCH:    PRODUZENT_IN: Joshua Neves   KAMERA: J.P. Sniadecki   SCHNITT: J.P. Sniadecki   MUSIK:    MIT:

WEBSITE
http://www.theironministry.com/

PRODUKTION: Cinder Films   WELTVERTRIEB: Natalia Arshavskaya, Antipode Sales & Distribution Llc   DEUTSCHER VERLEIH: