Fordlandia Malaise

Fordlandia Malaise

REGIE: Susana de Sousa Dias   LAND: Portugal   JAHR: 2019   SPRACHE(N): Portugiesisch   UNTERTITEL: Englisch   LÄNGE: 40 min

VORSTELLUNGEN

Donnerstag, 03.10., 16.30 Uhr, kommkino
in Anwesenheit von Nina Fischer, Maroan el Sani und Ansgar Schäfer

SEKTION: Internationales Forum

Ein Industrialisierungsprojekt im brasilianischen Urwald zwischen Ehrgeiz und Größenwahn: von den großen Plänen Henry Fords, den Kautschuk-Weltmarkt umzukrempeln, ist in Fordlandia wenig geblieben. Die renommierte Dokumentarfilmemacherin Susana de Sousa Dias befragt die Geschichte dieses Ortes, lässt aber ebenso indigene Stimmen zu einer Vergangenheit zu Wort kommen, die weit über die fordistische Episode hinausreicht.

Fordlandia ist der Name einer Firmensiedlung, die 1928 von Henry Ford im Amazonas-Regenwald gegründet wurde. Ford verfolgte den Plan, das britische Kautschuk-Monopol zu brechen und für seine Autoproduktion in den USA dieses Material in Brasilien selbst zu produzieren. Doch das Vorhaben bestand nur wenige Jahre. Heute zeugen die Überreste der Bauten vom Ausmaß des Scheiterns dieses neokolonialistischen Projektes. Während die Gebäude aus Stahl, Glas und Stein noch genutzt werden, hat das indigene Leben allerdings kaum Spuren hinterlassen. FORDLANDIA MALAISE gibt den Einwohner*innen eine Stimme, die das Recht für sich beanspruchen, ihre eigene Geschichte zu schreiben, und die Zuschreibung als Geisterstadt ablehnen.

SUSANA DE SOUSA DIAS

Susana de Sousa Dias ist Doktorin für Bildende Kunst und Video und unterrichtet an der Fakultät der Bildenden Künste der Universität von Lissabon. Sie war 2012 und 2013 Ko-Direktorin des International Film Festival Doclisboa, wo sie die neuen Kategorien Cinema of Urgency and Passages (Dokumentarfilm & Zeitgenössische Künste) einführte. Sie hat etliche Preise gewonnen, unter anderem den Grand Prix Cinéma du Réel und den FIPRESCI Award (DokLeipzig) für ihren Film 48. Zudem war sie als Gastkünstlerin auf dem Robert Flaherty Film Seminar in New York. Dias‘ Filmarbeiten wurden schon weltweit auf Filmfestivals, Kunstausstellungen und anderen Veranstaltungen gezeigt, beispielsweise der Documenta 14, PhotoEspaña und der Viennale.

FILMOGRAFIE

Enfermeiras no Estado Novo (2000), Natureza Morta, Visages d’une dictature (2005), 48 (2009), Natureza Morta/ Stilleben (2010), Luz Obscura (2017), Sombra Branca (2017), Fordlandia Malaise (2019)

DREHBUCH:    PRODUZENT_IN: Ansgar Schäfer   KAMERA: Susana de Sousa Dias   SCHNITT: Susana de Sousa Dias   MUSIK:    MIT:

WEBSITE

PRODUKTION: Ansgar Schäfer, Kintop   WELTVERTRIEB:    DEUTSCHER VERLEIH: