Shooting the Mafia

Shooting the Mafia

REGIE: Kim Longinotto   LAND: Irland, Vereinigte Staaten   JAHR: 2019   SPRACHE(N): Italienisch, Englisch   UNTERTITEL: Englisch   LÄNGE: 97 min

VORSTELLUNGEN

Donnerstag, 03.10., 18.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus
Sonntag, 05.10., 21.15 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

SEKTION: Internationales Forum

Lange regierte die Mafia auf Sizilien ungehindert, ihre Verbrechen waren für die Welt unsichtbar. Das änderte sich in den 1970er-Jahren, als Letizia Battaglia als erste Fotojournalistin Italiens die brutalen Morde und den tiefgreifenden Einfluss der Mafia zu dokumentieren begann. Ihre Schwarzweißfotografien wirken zeitlos und haben nichts von ihrer Wucht verloren. Um aktiv gegen die Cosa Nostra zu kämpfen, ging Battaglia von 1985 bis 1996, der Zeit der spektakulären Anti-Mafia-Prozesse der Untersuchungsrichter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, in die Politik. Im Privatleben brach sie mit gesellschaftlichen Konventionen und lebte nach einer früh geschiedenen Ehe selbstbestimmt mit jeweils jüngeren Liebhabern.

Regisseurin Kim Longinotto, die bisher bei ihren beobachtenden Dokumentarfilmen selbst die Kamera führte, hat für dieses Porträt zusammen mit ihrem langjährigen Cutter Ollie Huddleston eine für sie neue filmische Form gefunden. Mit sorgfältig komponierten Ausschnitten aus italienischen Kultfilmen illustriert sie die Jugend und die Erinnerungen der lebenslustigen Letizia Battaglia und schafft so einen Kontrapunkt zu deren beklemmenden Fotos der Mafiaverbrechen.

KIM LONGINOTTO

Kim Longinotto wurde 1952 in London geboren. Sie studierte Kamera und Regie an der National Film and Television School in Beaconsfield und realisierte seit 1978 zahlreiche Dokumentarfilme, in denen Rebell*innen und Outsider*innen im Fokus stehen. Mit Gaea Girls über zwei junge Frauen in einem japanischen Trainingslager für Ringerinnen war sie 2001 erstmals in der Sektion Panorama Dokumente der Berlinale zu Gast. Salma, der vom Leben muslimischer Frauen in Südindien erzählt, lief 2013 im Panorama. Dreamcatcher wurde 2015 auf dem Sundance Film Festival mit dem Regiepreis im Bereich Internationaler Dokumentarfilm ausgezeichnet.

FILMOGRAFIE

The Good Wife of Tokyo (1992), Dream Girls (1993), Shinjuku Boys (1995), Divorce Iranian Style (1998), Gaea Girls (2000), Runaway (2001), The Day I Will Never Forget (2002), Sisters in Law (2005), Hold me Tight, Let me Go (2007), Rough Aunties (2008), Pink Saris (2010), Salma (2013), Love Is All: 100 Years of Love & Courtship (2014), Dreamcatcher (2015), Shooting the Mafia (2019)

DREHBUCH:    PRODUZENT_IN: Niamh Fagan   KAMERA: Kim Longinotto   SCHNITT: Ollie Huddleston   MUSIK: Ray Harman   MIT: Letizia Battaglia

WEBSITE

PRODUKTION: Lunar Pictures   WELTVERTRIEB: Vesna Cudic, Charades , Metfilm Sales   DEUTSCHER VERLEIH: