Brasilien: Demokratie am Abgrund – Ein Gespräch mit Bruno Bimbi

Fr., 04.10., 20.00 Uhr, 2. OG Kopfbau

Homophobie, Rassismus, Verherrlichung von Folter und Diktatur. Die Liste der Niederträchtigkeiten von Brasiliens Präsident Bolsonaro ließe sich fortsetzen. Damit trifft er einen Nerv der weißen Mittel- und Oberschicht, die ihre Privilegien von den „progressiven“ Regierungen Lula und Dilma bedroht sah. Bolsonaros menschenverachtende Parolen richten sich gegen alle, die in Brasilien keinen Platz haben sollen: Die Polizeigewalt in den Favelas erreicht neue Höchststände, Angriffe auf Indigene im Amazonasgebiet und auf landlose Bauern häufen sich. Schon vorher war Brasilien das Land, in dem weltweit die meisten Transsexuellen
ermordet wurden.

Bruno Bimbi ist Journalist, Sprachwissenschaftler und LGBT-Aktivist. Er ist Autor der Bücher „Matrimonio igualitario“ und „El fin del armario“. Acht Jahre lang war er politischer Berater von Jean Wyllys, dem ersten offen schwulen Abgeordneten im brasilianischen Parlament und arbeitete als Korrespondent für den größten argentinischen Nachrichtenkanal. Nach Morddrohungen legte
Wyllys Anfang 2019 sein Mandat nieder und verließ Brasilien. Bruno Bimbi ging ebenfalls ins Exil. Er lebt derzeit in Barcelona und schreibt unter anderem für die New York Times.

Moderation: Moritz Krawinkel, Lateinamerikareferent bei medico international

Filme zur Situation in Brasilien:
POLICE KILLING, FAVELA FRONTLINES, YOUR TURN